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ExplD CE / Product Safety 12 min

ExplD: Richtlinie über Explosivstoffe für zivile Zwecke (Richtlinie 2014/28/EU), erklärt

Die Richtlinie über Explosivstoffe für zivile Zwecke verlangt wesentliche Sicherheitsanforderungen, eine Bewertung durch eine notifizierte Stelle, CE-Kennzeichnung und eine eindeutige Kennzeichnung; Hersteller, Einführer, Händler und jeder Akteur brauchen zudem eine Erlaubnis. Sie gilt seit dem 20. April 2016 und ersetzte die Richtlinie 93/15/EWG.

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Überprüft am 24. September 2026 von Conphora compliance team · Nächste Überprüfung 12. März 2027 · Keine Rechtsberatung

Für wen es gilt

Erfasst vom Rechtsakt

  • Explosivstoffe für zivile Zwecke: die Stoffe und Gegenstände, die in den Empfehlungen der Vereinten Nationen für die Beförderung gefährlicher Güter als Explosivstoffe gelten und in die Klasse 1 dieser Empfehlungen fallen
  • Sprengstoffe, Sprengschnüre, Sicherheitszündschnüre, sonstige Zündschnüre und Zündschläuche, Sprengkapseln und Verzögerer sowie Treibmittel und Raketentreibmittel, die vier Gruppen mit besonderen Anforderungen in Anhang II
  • Explosivstoffe, die im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit auf dem Unionsmarkt bereitgestellt werden, ob entgeltlich oder unentgeltlich, sowie Explosivstoffe, die ein Hersteller für eigene Zwecke verwendet
  • Explosivstoffe, die innerhalb der Union verbracht werden, das heißt jede körperliche Verbringung außer Bewegungen innerhalb ein und derselben Betriebsstätte, die der Genehmigung der zuständigen Behörde des Mitgliedstaats des Empfängers bedarf
  • Die Wirtschaftsakteure: Hersteller, Bevollmächtigte, Einführer, Händler und jede natürliche oder juristische Person, die Explosivstoffe lagert, verwendet, verbringt, ein- oder ausführt oder mit ihnen handelt

Abgeleitete und nachgelagerte Produkte

  • Munition fällt nicht unter die Richtlinie, außer für das Verbringungsverfahren, die Sicherheitsausnahmen und die Informationsaustauschnetze der Artikel 12 bis 14 (Art. 1 Abs. 2 Buchst. c)
  • Explosivstoffe, die harmonisierten Normen oder Teilen davon entsprechen, deren Fundstellen im Amtsblatt veröffentlicht sind, gelten als konform mit den von diesen Normen abgedeckten wesentlichen Sicherheitsanforderungen des Anhangs II (Art. 19)
  • Ein Einführer oder Händler, der einen Explosivstoff unter seinem eigenen Namen oder seiner eigenen Marke in Verkehr bringt oder ihn so verändert, dass dies die Konformität beeinträchtigen kann, gilt als Hersteller (Art. 9)
  • Das System der eindeutigen Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit gilt nicht für Explosivstoffe, die unverpackt oder in Tankwagen zum unmittelbaren Einbringen in das Bohrloch befördert und geliefert werden, oder für Explosivstoffe, die an Sprengorten hergestellt und unmittelbar geladen werden (Vor-Ort-Herstellung); für diese und für Explosivstoffe, die für den Eigengebrauch hergestellt werden, wird die CE-Kennzeichnung auf den Begleitdokumenten angebracht (Art. 15 Abs. 1 und Art. 23 Abs. 5)
  • Bis die Kommission Durchführungsrechtsakte nach Artikel 15 erlässt, legt die Richtlinie 2008/43/EG in der durch die Richtlinie 2012/4/EU geänderten Fassung weiterhin das Format der eindeutigen Kennzeichnung und die Aufbewahrungspflichten fest (Art. 51 Abs. 3)
  • Unterliegt ein Explosivstoff auch anderen Unionsrechtsakten, die eine EU-Konformitätserklärung verlangen, wird eine einzige, alle diese Rechtsakte abdeckende Erklärung erstellt (Art. 21 Abs. 3)
  • Die Mitgliedstaaten können Stoffe, die nicht unter die Richtlinie fallen, nach nationalem Recht als Explosivstoffe bestimmen (Art. 1 Abs. 3)

Rollen nach dem Rechtsakt

Hersteller (einschließlich Markeninhaber und Eigengebrauchs-Hersteller)

Jede natürliche oder juristische Person, die einen Explosivstoff herstellt oder entwickeln oder herstellen lässt und diesen Explosivstoff unter ihrem Namen oder ihrer Marke vermarktet oder für ihre eigenen Zwecke verwendet; ein Einführer oder Händler, der unter seinem eigenen Namen oder seiner eigenen Marke verkauft oder einen Explosivstoff so verändert, dass dies die Konformität beeinträchtigen kann, gilt als Hersteller.

Quelle · Art. 2 Nr. 9 und Art. 9
Bevollmächtigter

Jede in der Union niedergelassene natürliche oder juristische Person, die von einem Hersteller schriftlich bevollmächtigt wurde, in Bezug auf bestimmte Aufgaben in seinem Namen zu handeln; die Vollmacht darf nicht die Pflicht zur Gestaltung und Herstellung gemäß den wesentlichen Sicherheitsanforderungen oder zur Erstellung der technischen Unterlagen umfassen.

Quelle · Art. 2 Nr. 10 und Art. 6 Abs. 1
Einführer

Jede in der Union niedergelassene natürliche oder juristische Person, die einen Explosivstoff aus einem Drittland auf dem Unionsmarkt in Verkehr bringt.

Quelle · Art. 2 Nr. 11
Händler (Großhändler oder Einzelhändler von Explosivstoffen)

Jede natürliche oder juristische Person in der Lieferkette, außer dem Hersteller oder dem Einführer, die einen Explosivstoff auf dem Markt bereitstellt. Der gesondert definierte 'Waffenhändler' ist eine Person, deren Beruf ganz oder teilweise in der Herstellung, dem Handel, dem Tausch, der Vermietung, der Reparatur oder dem Umbau von Feuerwaffen und Munition besteht, und tritt nur im Munitionsverbringungsverfahren auf.

Quelle · Art. 2 Nr. 12 und 14 sowie Art. 12
Sonstiger Wirtschaftsakteur (Lagerung, Verwendung, Verbringung, Ein- oder Ausfuhr oder Handel mit Explosivstoffen)

Neben dem Hersteller, dem Bevollmächtigten, dem Einführer und dem Händler zählen zu den Wirtschaftsakteuren der Richtlinie auch jede natürliche oder juristische Person, die Explosivstoffe lagert, verwendet, verbringt, ein- oder ausführt oder mit ihnen handelt, etwa Sprengunternehmen, Steinbrüche und Bergwerke; sie müssen über eine Erlaubnis oder Genehmigung verfügen, Verbringungsgenehmigungen einholen und am System der eindeutigen Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit teilnehmen.

Quelle · Art. 2 Nr. 13, Art. 11, Art. 15 und Art. 16

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Die Regeln hinter diesem Check
  1. Explosivstoffe, einschließlich Munition, die nach nationalem Recht für die Verwendung durch die Streitkräfte oder die Polizei bestimmt sind · beliebig · beliebig Nicht im Anwendungsbereich Die Richtlinie gilt nicht für Explosivstoffe, einschließlich Munition, die nach nationalem Recht für die Verwendung durch die Streitkräfte oder die Polizei bestimmt sind. Quelle · Art. 1 Abs. 2 Buchst. a
  2. Pyrotechnische Gegenstände (Feuerwerkskörper, Bühnenpyrotechnik und sonstige pyrotechnische Gegenstände nach der Richtlinie 2013/29/EU) · beliebig · beliebig Nicht im Anwendungsbereich Pyrotechnische Gegenstände im Anwendungsbereich der Richtlinie 2013/29/EU sind ausgenommen; Anhang I führt die Gegenstände der UN-Klasse 1 auf, die als pyrotechnische Gegenstände oder Munition gelten, und die Kommission kann ihn im Wege eines delegierten Rechtsakts aktualisieren, um den UN-Empfehlungen zu folgen. Quelle · Art. 1 Abs. 2 Buchst. b, Art. 46 und Anhang I
  3. Munition (Geschosse mit oder ohne Treibladung sowie Manövermunition für tragbare Feuerwaffen, sonstige Waffen und Artillerie) · beliebig · beliebig Nicht im Anwendungsbereich Munition ist von den Produktanforderungen ausgenommen, mit Ausnahme des Verbringungsverfahrens nach Artikel 12, der Sicherheitsausnahmen nach Artikel 13 und der Informationsaustauschnetze nach Artikel 14; eine Verbringung von Munition in einen anderen Mitgliedstaat bedarf einer Genehmigung des Mitgliedstaats, in dem sich die Munition befindet, oder einer dreijährigen Genehmigung für Verbringungen zwischen Waffenhändlern. Quelle · Art. 1 Abs. 2 Buchst. c, Art. 2 Nr. 2 und Art. 12
  4. Chemische Ausgangsstoffe, die zur Herstellung von Explosivstoffen missbraucht werden können (Ammoniumnitrat, Wasserstoffperoxid und ähnliche Stoffe) · beliebig · beliebig Nicht im Anwendungsbereich Ausgangsstoffe sind keine Explosivstoffe der UN-Klasse 1 und fallen nicht unter die Richtlinie; ihr Verkauf an berufsmäßige Verwender und an zugelassene Privatpersonen unterliegt der gesonderten EU-Verordnung über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Ausgangsstoffen für Explosivstoffe, die seit dem 1. Februar 2021 gilt und in Dänemark von der Marktüberwachungsabteilung der Erhvervsstyrelsen kontrolliert wird. Quelle · Art. 2 Nr. 1Quelle
  5. Explosivstoffe für zivile Zwecke der UN-Klasse 1 (Sprengstoffe, Sprengkapseln, Sprengschnüre, Zündschnüre, Zündschläuche, Verstärkerladungen, Treibmittel für zivile Zwecke) · Hersteller (einschließlich Markeninhaber und Eigengebrauchs-Hersteller), Einführer, Händler (Großhändler oder Einzelhändler von Explosivstoffen), Bevollmächtigter · beliebig Im Anwendungsbereich Explosivstoffe für zivile Zwecke dürfen nur bereitgestellt werden, wenn sie der Richtlinie entsprechen: gestaltet und hergestellt nach den wesentlichen Sicherheitsanforderungen des Anhangs II, bewertet nach einem der Verfahren mit notifizierter Stelle nach Artikel 20, mit einer EU-Konformitätserklärung versehen, CE-gekennzeichnet und mit einer eindeutigen Kennzeichnung versehen; die Pflichten treffen den Hersteller, den Bevollmächtigten, den Einführer und den Händler und kennen keine Unternehmensgrößenschwelle. Quelle · Art. 4, Art. 5 bis Art. 8, Art. 15 und Art. 20
  6. Explosivstoffe für zivile Zwecke der UN-Klasse 1 (Sprengstoffe, Sprengkapseln, Sprengschnüre, Zündschnüre, Zündschläuche, Verstärkerladungen, Treibmittel für zivile Zwecke), Explosivstoffe, die für den Eigengebrauch hergestellt, unverpackt oder in mobilen Einheiten zum unmittelbaren Einbringen in das Bohrloch geliefert oder vor Ort am Sprengort hergestellt werden, Explosivstoffe, die von einem Mitgliedstaat in einen anderen oder durch einen Transit-Mitgliedstaat verbracht werden · Sonstiger Wirtschaftsakteur (Lagerung, Verwendung, Verbringung, Ein- oder Ausfuhr oder Handel mit Explosivstoffen) · beliebig Im Anwendungsbereich Jede Person, die Explosivstoffe lagert, verwendet, verbringt, ein- oder ausführt oder mit ihnen handelt, ist Wirtschaftsakteur: Sie muss über eine Erlaubnis oder Genehmigung verfügen, darf Explosivstoffe erst verbringen, nachdem der Empfänger die Genehmigung des Mitgliedstaats des Empfängers und jede erforderliche Transitgenehmigung erhalten hat, und muss die Daten der eindeutigen Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit 10 Jahre lang aufbewahren. Quelle · Art. 2 Nr. 13, Art. 11, Art. 15 Abs. 3 und Art. 16
  7. Explosivstoffe, die für den Eigengebrauch hergestellt, unverpackt oder in mobilen Einheiten zum unmittelbaren Einbringen in das Bohrloch geliefert oder vor Ort am Sprengort hergestellt werden · Hersteller (einschließlich Markeninhaber und Eigengebrauchs-Hersteller), Einführer, Händler (Großhändler oder Einzelhändler von Explosivstoffen), Bevollmächtigter · beliebig Im Anwendungsbereich Ein Hersteller, der Explosivstoffe für eigene Zwecke verwendet, muss sie dennoch nach Anhang II gestalten und herstellen, die Konformitätsbewertung durchführen lassen und die Erklärung ausstellen; das System der eindeutigen Kennzeichnung gilt nicht für Explosivstoffe, die unverpackt oder in Tankwagen zum unmittelbaren Einbringen in das Bohrloch geliefert oder vor Ort hergestellt werden, und für Eigengebrauchs-, MEMU-gelieferte und vor Ort hergestellte Explosivstoffe wird die CE-Kennzeichnung auf den Begleitdokumenten statt auf dem Produkt angebracht. Quelle · Art. 2 Nr. 9, Art. 5 Abs. 1, Art. 15 Abs. 1 und Art. 23 Abs. 5
  8. Explosivstoffe, die von einem Mitgliedstaat in einen anderen oder durch einen Transit-Mitgliedstaat verbracht werden · Hersteller (einschließlich Markeninhaber und Eigengebrauchs-Hersteller), Einführer, Händler (Großhändler oder Einzelhändler von Explosivstoffen), Bevollmächtigter · beliebig Im Anwendungsbereich Explosivstoffe dürfen innerhalb der Union erst verbracht werden, nachdem der Empfänger die Genehmigung der zuständigen Behörde seines Mitgliedstaats erhalten hat, die prüft, ob der Empfänger rechtlich zum Erwerb von Explosivstoffen befugt ist und über die erforderlichen Genehmigungen verfügt; der für die Verbringung verantwortliche Akteur unterrichtet jeden Transit-Mitgliedstaat und holt dessen vorherige Genehmigung ein, und das Genehmigungsdokument begleitet die Explosivstoffe bis zu ihrem Bestimmungsort. Quelle · Art. 11 Abs. 2, Art. 11 Abs. 4 und Art. 11 Abs. 8
  9. beliebig · beliebig · beliebig Kommt darauf an Ob die Richtlinie gilt, hängt davon ab, ob der Gegenstand ein Explosivstoff der UN-Klasse 1 und kein pyrotechnischer Gegenstand, keine Munition und kein Ausgangsstoff ist, ob er für die Streitkräfte oder die Polizei bestimmt ist, ob er zwischen Mitgliedstaaten verbracht wird, und welche Rolle der Akteur einnimmt. Quelle · Art. 1, Art. 2 und Anhang I

Wichtige Termine

  1. Die Richtlinie 2014/28/EU wird vom Europäischen Parlament und vom Rat als an den Neuen Rechtsrahmen angepasste Neufassung der Richtlinie 93/15/EWG angenommen Quelle · Titel und Unterschriftsblock nach Art. 55
  2. Inkrafttreten, der zwanzigste Tag nach der Veröffentlichung im ABl. L 96 vom 29. März 2014; die Befugnisübertragung zur Aktualisierung des Anhangs I läuft ab diesem Datum Quelle · Art. 54 und Art. 47 Abs. 2
  3. Die Datenerfassungs- und Aufbewahrungspflichten des Systems der eindeutigen Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit der Richtlinie 2008/43/EG (Art. 3 Abs. 6 und Art. 13 und 14) gelten; die Kennzeichnungspflichten hatten bereits seit dem 5. April 2013 gegolten Quelle · Art. 15 Abs. 1
  4. Frist für die Mitgliedstaaten, die Gesetze zur Umsetzung der operativen Bestimmungen nach Artikel 52 Abs. 1 anzunehmen und zu veröffentlichen, einschließlich der Artikel 3 bis 10, der Artikel 15 und 16, der Artikel 21 bis 27, der Artikel 29 bis 45, der Artikel 50 und 51 sowie der Anhänge III und IV Quelle · Art. 52 Abs. 1
  5. Die nationalen Maßnahmen gelten; Artikel 1, Artikel 2 Nr. 1, 3 bis 6 und 14, die Artikel 11, 12 und 13, Artikel 14 Abs. 2, die Artikel 17 bis 19, die Verweise auf die Module D, E, F und G in Artikel 20, Artikel 28 Abs. 5, 8 und 9, die Artikel 46 bis 49 sowie die Anhänge I, II, V und VI gelten unmittelbar; die Richtlinie 93/15/EWG und die Richtlinie 2004/57/EG werden aufgehoben; Explosivstoffe, die der Richtlinie 93/15/EWG entsprechen und vor diesem Datum in Verkehr gebracht wurden, dürfen weiterhin bereitgestellt werden, und nach ihr ausgestellte Bescheinigungen bleiben gültig Quelle · Art. 51, Art. 52 Abs. 1, Art. 53 und Art. 54
  6. Die Verordnung (EU) 2019/1020 gilt: Sie streicht Kapitel III, Artikel 15 bis 29, der Verordnung (EG) Nr. 765/2008, deren Artikel 16 bis 29 Artikel 41 der Richtlinie auf Explosivstoffe anwendet, und führt die Richtlinie 2014/28/EU als Nr. 47 ihres Anhangs I auf Quelle · Art. 41Quelle · Art. 39 Nr. 4, Art. 44 und Anhang I Nr. 47

Was Sie tun müssen

Pflichten nach Rolle

Hersteller (einschließlich Markeninhaber und Eigengebrauchs-Hersteller)13
  • Gestalten und stellen Sie den Explosivstoff, unabhängig davon, ob Sie ihn in Verkehr bringen oder für eigene Zwecke verwenden, nach den wesentlichen Sicherheitsanforderungen des Anhangs II her: minimales Risiko für Leben, Gesundheit, Eigentum und Umwelt unter normalen, vorhersehbaren Bedingungen, die von Ihnen angegebenen Leistungsmerkmale, sichere Entsorgung, die in Anhang II Teil II aufgeführten geprüften Eigenschaften (Zusammensetzung, Stabilität, Schlag- und Reibempfindlichkeit, Reinheit, Wasser- und Temperaturbeständigkeit, Sicherheitsvorkehrungen gegen vorzeitige Zündung, Anleitungen und Kennzeichnungen) sowie die besonderen Anforderungen für Sprengstoffe, Sprengschnüre und Zündschnüre, Sprengkapseln und Treibmittel. Art. 5 Abs. 1 und Anhang II
  • Erstellen Sie die technischen Unterlagen, einschließlich einer Analyse und Bewertung der Risiken, einer allgemeinen Beschreibung, Entwurfs- und Fertigungszeichnungen, der angewandten harmonisierten Normen oder der stattdessen gewählten Lösungen, Konstruktionsberechnungen und Prüfberichte. Art. 5 Abs. 2 und Anhang III, Modul B, Nr. 3
  • Lassen Sie von einer notifizierten Stelle die EU-Baumusterprüfung (Modul B) durchführen, gefolgt von Modul C2, D, E oder F, oder die Konformität auf der Grundlage einer Einzelprüfung (Modul G). Art. 5 Abs. 2 und Art. 20
  • Erstellen Sie die EU-Konformitätserklärung nach Anhang IV, sobald das Verfahren die Konformität nachgewiesen hat, halten Sie sie fortlaufend aktuell und in die vom Mitgliedstaat geforderten Sprachen übersetzt, und fassen Sie sie mit den nach anderen Unionsrechtsakten erforderlichen Erklärungen zu einer einzigen Erklärung zusammen. Art. 5 Abs. 2, Art. 21 und Anhang IV
  • Bringen Sie die CE-Kennzeichnung auf dem Explosivstoff an, gefolgt von der Kennnummer der an der Fertigungskontrolle beteiligten notifizierten Stelle. Art. 5 Abs. 2 und Art. 23 Abs. 3
  • Halten Sie die technischen Unterlagen und die EU-Konformitätserklärung zusammen mit der EU-Baumusterprüfbescheinigung und ihren Ergänzungen 10 Jahre nach dem Inverkehrbringen des Explosivstoffs für die nationalen Behörden bereit. Art. 5 Abs. 3 und Anhang III, Modul B, Nr. 9
  • Halten Sie die Serienproduktion konform, unter Berücksichtigung von Änderungen an Gestaltung oder Merkmalen sowie an den harmonisierten Normen oder technischen Spezifikationen, auf die sich die Konformitätserklärung bezieht. Art. 5 Abs. 4
  • Unterrichten Sie die notifizierte Stelle, die die EU-Baumusterprüfbescheinigung hält, über jede Änderung des zugelassenen Typs, die die Konformität mit den wesentlichen Sicherheitsanforderungen oder die Gültigkeit der Bescheinigung beeinträchtigen kann. Anhang III, Modul B, Nr. 7
  • Kennzeichnen Sie jeden von Ihnen in Verkehr gebrachten Explosivstoff und jede kleinste Verpackungseinheit mit einer eindeutigen Kennzeichnung nach dem System des Artikels 15: einem lesbaren Teil (Herstellername, zweistelliger Mitgliedstaatencode, dreistelliger, von der nationalen Behörde vergebener Code der Fertigungsstätte sowie Ihr Produkt- und Logistikcode) und einem Barcode oder Matrixcode. Art. 5 Abs. 5 und Art. 15Art. 3, Art. 4 und Anhang
  • Ist der Explosivstoff vom System der eindeutigen Kennzeichnung ausgenommen, kennzeichnen Sie ihn mit einer Typ-, Chargen- oder Seriennummer sowie Ihrem Namen, eingetragenen Handelsnamen oder Ihrer Marke und einer einzigen Postanschrift, oder bringen Sie diese Angaben auf der Verpackung oder in einem Begleitdokument an. Art. 5 Abs. 5 Buchst. a und b
  • Stellen Sie Anleitungen und Sicherheitsinformationen in einer vom Mitgliedstaat bestimmten, für Endnutzer leicht verständlichen Sprache bereit, klar, verständlich und nachvollziehbar, zusammen mit jeder Kennzeichnung. Art. 5 Abs. 6
  • Wenn Sie der Ansicht sind oder Grund zu der Annahme haben, dass ein von Ihnen in Verkehr gebrachter Explosivstoff nicht konform ist, stellen Sie unverzüglich seine Konformität her, nehmen Sie ihn zurück oder rufen Sie ihn zurück, und unterrichten Sie unverzüglich die zuständigen nationalen Behörden der Mitgliedstaaten, in denen Sie ihn bereitgestellt haben, wenn er ein Risiko darstellt. Art. 5 Abs. 7
  • Stellen Sie einer zuständigen nationalen Behörde auf begründetes Verlangen alle Informationen und Unterlagen bereit, die zum Nachweis der Konformität des Explosivstoffs erforderlich sind, in einer für die Behörde leicht verständlichen Sprache, und arbeiten Sie mit ihr bei Maßnahmen zur Beseitigung der von den von Ihnen in Verkehr gebrachten Explosivstoffen ausgehenden Risiken zusammen. Art. 5 Abs. 8
Bevollmächtigter5
  • Handeln Sie als Bevollmächtigter nur im Rahmen einer schriftlichen Vollmacht des Herstellers, die die von Ihnen wahrgenommenen Aufgaben festlegt. Art. 6 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 2
  • Halten Sie die EU-Konformitätserklärung und die technischen Unterlagen 10 Jahre nach dem Inverkehrbringen des Explosivstoffs für die nationalen Marktüberwachungsbehörden bereit. Art. 6 Abs. 2 Buchst. a
  • Stellen Sie der zuständigen nationalen Behörde auf begründetes Verlangen alle Informationen und Unterlagen bereit, die zum Nachweis der Konformität des Explosivstoffs erforderlich sind, und arbeiten Sie mit den Behörden bei Maßnahmen zur Beseitigung der von den unter Ihre Vollmacht fallenden Explosivstoffen ausgehenden Risiken zusammen. Art. 6 Abs. 2 Buchst. b und Art. 6 Abs. 2 Buchst. c
  • Übernehmen Sie nicht die Pflicht des Herstellers, nach den wesentlichen Sicherheitsanforderungen zu gestalten und herzustellen oder die technischen Unterlagen zu erstellen; diese können nicht Teil der Vollmacht sein, auch wenn die Vollmacht Ihnen erlauben kann, den Antrag auf EU-Baumusterprüfung einzureichen und die Bescheinigung sowie die Unterlagen im Namen des Herstellers aufzubewahren. Art. 6 Abs. 1 und Anhang III, Modul B, Nr. 10
  • Können Sie den Marktüberwachungsbehörden bei Explosivstoffen außerhalb des Systems der eindeutigen Kennzeichnung 10 Jahre nach der Lieferung die Akteure benennen, von denen Sie beliefert wurden, und die Sie beliefert haben. Art. 10
Einführer9
  • Bringen Sie nur konforme Explosivstoffe in Verkehr, und vergewissern Sie sich zuvor, dass der Hersteller das geeignete Konformitätsbewertungsverfahren nach Artikel 20 durchgeführt, die technischen Unterlagen erstellt, die CE-Kennzeichnung angebracht, die erforderlichen Dokumente beigefügt und die eindeutige Kennzeichnung oder die Kennzeichnungs- und Adressangaben angebracht hat; halten Sie einen Explosivstoff zurück, bei dem Sie Grund zu der Annahme haben, dass er Anhang II nicht entspricht, und unterrichten Sie den Hersteller und die Marktüberwachungsbehörden, wenn er ein Risiko darstellt. Art. 7 Abs. 1 und Art. 7 Abs. 2
  • Geben Sie Ihren Namen, eingetragenen Handelsnamen oder Ihre eingetragene Marke und eine Postanschrift auf dem Explosivstoff oder, wenn dies nicht möglich ist, auf seiner Verpackung oder in einem Begleitdokument an, in einer für Endnutzer und Marktüberwachungsbehörden leicht verständlichen Sprache. Art. 7 Abs. 3
  • Stellen Sie sicher, dass dem Explosivstoff Anleitungen und Sicherheitsinformationen in einer vom betreffenden Mitgliedstaat bestimmten, für Endnutzer leicht verständlichen Sprache beigefügt sind. Art. 7 Abs. 4
  • Sorgen Sie dafür, dass die Lager- und Transportbedingungen, solange der Explosivstoff Ihrer Verantwortung untersteht, die Einhaltung der wesentlichen Sicherheitsanforderungen des Anhangs II nicht gefährden. Art. 7 Abs. 5
  • Wenn ein von Ihnen in Verkehr gebrachter Explosivstoff nicht konform ist, ergreifen Sie unverzüglich Korrekturmaßnahmen, nehmen Sie ihn zurück oder rufen Sie ihn zurück, und unterrichten Sie unverzüglich die zuständigen nationalen Behörden der betroffenen Mitgliedstaaten mit Einzelheiten zur Nichtkonformität und den Korrekturmaßnahmen, wenn er ein Risiko darstellt. Art. 7 Abs. 6
  • Halten Sie eine Kopie der EU-Konformitätserklärung 10 Jahre nach dem Inverkehrbringen des Explosivstoffs für die Marktüberwachungsbehörden bereit, und stellen Sie sicher, dass die technischen Unterlagen ihnen auf Verlangen zur Verfügung gestellt werden können. Art. 7 Abs. 7
  • Stellen Sie einer zuständigen nationalen Behörde auf begründetes Verlangen alle Informationen und Unterlagen bereit, die zum Nachweis der Konformität des Explosivstoffs erforderlich sind, in einer für die Behörde leicht verständlichen Sprache, und arbeiten Sie mit ihr bei Maßnahmen zur Beseitigung der von den von Ihnen in Verkehr gebrachten Explosivstoffen ausgehenden Risiken zusammen. Art. 7 Abs. 8
  • Liegt die Fertigungsstätte außerhalb der Union und ist der Hersteller nicht in der Union niedergelassen, wenden Sie sich an eine nationale Behörde des Einfuhr-Mitgliedstaats, damit der Stätte der in der eindeutigen Kennzeichnung verwendete dreistellige Code zugewiesen wird. Art. 3 Abs. 5
  • Wenn Sie Explosivstoffe unter Ihrem eigenen Namen oder Ihrer eigenen Marke in Verkehr bringen oder einen bereits in Verkehr gebrachten Explosivstoff so verändern, dass dies die Konformität beeinträchtigen kann, tragen Sie die Pflichten des Herstellers nach Artikel 5. Art. 9
Händler (Großhändler oder Einzelhändler von Explosivstoffen)7
  • Handeln Sie mit der gebotenen Sorgfalt und prüfen Sie, bevor Sie einen Explosivstoff bereitstellen, dass er die CE-Kennzeichnung trägt, mit den erforderlichen Dokumenten sowie mit Anleitungen und Sicherheitsinformationen in einer für Endnutzer im Mitgliedstaat des Verkaufs leicht verständlichen Sprache versehen ist und dass der Hersteller und der Einführer die eindeutige Kennzeichnung oder die Kennzeichnungs- und Adressangaben angebracht haben; halten Sie einen Explosivstoff zurück, bei dem Sie Grund zu der Annahme haben, dass er Anhang II nicht entspricht, und unterrichten Sie den Hersteller oder Einführer und die Marktüberwachungsbehörden, wenn er ein Risiko darstellt. Art. 8 Abs. 1 und Art. 8 Abs. 2
  • Sorgen Sie dafür, dass die Lager- und Transportbedingungen, solange ein Explosivstoff Ihrer Verantwortung untersteht, seine Übereinstimmung mit den wesentlichen Sicherheitsanforderungen des Anhangs II nicht gefährden. Art. 8 Abs. 3
  • Wenn Sie Explosivstoffe umpacken, stellen Sie sicher, dass die eindeutige Kennzeichnung auf dem Explosivstoff und auf der kleinsten Verpackungseinheit angebracht ist. Art. 3 Abs. 6
  • Wenn ein von Ihnen bereitgestellter Explosivstoff nicht konform ist, sorgen Sie dafür, dass Korrekturmaßnahmen ergriffen werden, um seine Konformität herzustellen, ihn zurückzunehmen oder zurückzurufen, und unterrichten Sie unverzüglich die zuständigen nationalen Behörden der betroffenen Mitgliedstaaten, wenn er ein Risiko darstellt. Art. 8 Abs. 4
  • Stellen Sie einer zuständigen nationalen Behörde auf begründetes Verlangen alle Informationen und Unterlagen bereit, die zum Nachweis der Konformität des Explosivstoffs erforderlich sind, in einer für die Behörde leicht verständlichen Sprache, und arbeiten Sie mit ihr bei Maßnahmen zur Beseitigung der von den von Ihnen bereitgestellten Explosivstoffen ausgehenden Risiken zusammen. Art. 8 Abs. 5
  • Können Sie den Marktüberwachungsbehörden bei Explosivstoffen außerhalb des Systems der eindeutigen Kennzeichnung 10 Jahre nach der Lieferung jeden Wirtschaftsakteur benennen, von dem Sie beliefert wurden, und jeden Wirtschaftsakteur, den Sie beliefert haben. Art. 10
  • Wenn Sie unter Ihrem eigenen Namen oder Ihrer eigenen Marke verkaufen oder einen Explosivstoff so verändern, dass dies die Konformität beeinträchtigen kann, übernehmen Sie die Pflichten des Herstellers nach Artikel 5. Art. 9
Sonstiger Wirtschaftsakteur (Lagerung, Verwendung, Verbringung, Ein- oder Ausfuhr oder Handel mit Explosivstoffen)5
  • Verfügen Sie über eine Erlaubnis oder Genehmigung, die Sie zur Herstellung, Lagerung, Verwendung, Ein- oder Ausfuhr, Verbringung oder zum Handel mit Explosivstoffen berechtigt; Beschäftigte eines zugelassenen Akteurs benötigen keine eigene, und eine Herstellungsgenehmigung wird erst erteilt, nachdem der Mitgliedstaat geprüft hat, dass Sie die von Ihnen übernommenen technischen Verpflichtungen erfüllen können. Art. 16 und Art. 17
  • Verbringen Sie Explosivstoffe erst, nachdem der Empfänger die Genehmigung der zuständigen Behörde seines Mitgliedstaats erhalten hat, und bei Beförderungen durch einen anderen Mitgliedstaat erst, nachdem Sie den Transit-Mitgliedstaat unterrichtet und dessen vorherige Genehmigung eingeholt haben; führen Sie das Genehmigungsdokument mit den Explosivstoffen bis zu ihrem Bestimmungsort mit, legen Sie es auf Verlangen vor, und bewahren Sie als Empfänger eine Kopie auf. Art. 11 Abs. 2, Art. 11 Abs. 4 und Art. 11 Abs. 8
  • Verlangt ein Mitgliedstaat eine besondere Überwachung, übermitteln Sie vor der Verbringung die Namen und Anschriften der Akteure, die Anzahl und Menge der Explosivstoffe, ihre vollständige Beschreibung und Kennzeichnung einschließlich der UN-Nummer, die Konformitätsangaben für in Verkehr zu bringende Explosivstoffe, das Beförderungsmittel und die Beförderungsroute, die voraussichtlichen Termine und, soweit erforderlich, die Ein- und Ausgangspunkte; gelten keine besonderen Sicherheitsanforderungen, kann die Behörde stattdessen eine befristete Genehmigung erteilen. Art. 11 Abs. 5 und Art. 11 Abs. 6
  • Halten Sie das einheitliche System für die eindeutige Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von Explosivstoffen ein: Erfassen und speichern Sie die Daten zur Identifizierung jedes Explosivstoffs, seinem Standort, solange er sich in Ihrem Besitz befindet, und der Identität der Akteure, prüfen und schützen Sie die Daten, bewahren Sie sie 10 Jahre nach dem Geschäftsvorgang auf oder, wenn der Explosivstoff verwendet oder entsorgt wurde, 10 Jahre nach der Verwendung oder Entsorgung, auch wenn Sie Ihre Tätigkeit einstellen, und stellen Sie sie den zuständigen Behörden unverzüglich zur Verfügung. Art. 15 Abs. 1 bis Art. 15 Abs. 3
  • Führen Sie ein Verzeichnis aller Kennzeichnungen der in Ihrem Besitz befindlichen Explosivstoffe mit Angabe des Typs und der Person, in deren Obhut jeder Explosivstoff gegeben wurde, erfassen Sie den Standort jedes Explosivstoffs bis zu seiner Verbringung oder Verwendung, benennen Sie eine Person, die diese Informationen außerhalb der üblichen Geschäftszeiten bereitstellen kann, und übermitteln Sie den Behörden der Versand- und Transit-Mitgliedstaaten auf Verlangen alle einschlägigen Verbringungsinformationen. Art. 11 Abs. 7Art. 13 und Art. 14

ExplD in einfachen Worten

Die Richtlinie über zivile Explosivstoffe (ExplD), formell die Richtlinie 2014/28/EU, ist das Sicherheits- und Sicherungsrecht der EU für Explosivstoffe außerhalb des militärischen und polizeilichen Bereichs: Sprengstoffe, Sprengkapseln, Sprengschnüre, Zündschnüre, Zündschläuche, Verstärkerladungen und Treibmittel für zivile Zwecke. Sie gilt für Explosivstoffe für zivile Zwecke, definiert als die Stoffe und Gegenstände, die in den Empfehlungen der Vereinten Nationen für die Beförderung gefährlicher Güter als Explosivstoffe gelten und in die Klasse 1 dieser Empfehlungen fallen (Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Nr. 1). Explosivstoffe dürfen nur bereitgestellt werden, wenn sie der Richtlinie entsprechen, und die Mitgliedstaaten dürfen konforme Explosivstoffe weder verbieten noch beschränken noch behindern (Art. 3 und Art. 4).

Die Richtlinie tut zweierlei zugleich. Ihre Produktkapitel folgen dem Neuen Rechtsrahmen: wesentliche Sicherheitsanforderungen in Anhang II, Konformitätsbewertung durch eine notifizierte Stelle, eine EU-Konformitätserklärung und die CE-Kennzeichnung (Kapitel 2, 4 und 5). Ihr Sicherungskapitel fügt hinzu, was anderen CE-Richtlinien fehlt: Genehmigungen für jede Verbringung von Explosivstoffen innerhalb der Union, ein einheitliches System der eindeutigen Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit, eine Erlaubnis oder Genehmigung für jeden, der Explosivstoffe herstellt, lagert, verwendet, ein- oder ausführt, verbringt oder mit ihnen handelt, und die Befugnis, Explosivstoffe zu beschlagnahmen, die widerrechtlich erworben, verwendet oder gehandelt werden (Kapitel 3, Art. 11 bis Art. 18). Der Text von 2014 ist eine Neufassung der Richtlinie 93/15/EWG; die Mitgliedstaaten mussten sie bis zum 19. April 2016 umsetzen und ab dem 20. April 2016 anwenden (Art. 52), und sie wurde seither nicht geändert.

Amtlicher Text Lesen Sie die Richtlinie auf EUR-Lex: Richtlinie 2014/28/EU (CELEX 32014L0028). Das System der eindeutigen Kennzeichnung ist in der Richtlinie 2008/43/EG der Kommission, konsolidierte Fassung vom 14. März 2012 festgelegt.

Anwendungsbereich

Drei Gruppen fallen nicht unter die Richtlinie: Explosivstoffe, einschließlich Munition, die nach nationalem Recht für die Verwendung durch die Streitkräfte oder die Polizei bestimmt sind; pyrotechnische Gegenstände im Anwendungsbereich der Richtlinie 2013/29/EU; und Munition, vorbehaltlich der Artikel 12, 13 und 14 über Munitionsverbringungen, Sicherheitsausnahmen und Informationsaustausch (Art. 1 Abs. 2). Anhang I enthält eine nicht erschöpfende Liste der Einträge der UN-Klasse 1, die als pyrotechnische Gegenstände oder Munition gelten und die die Kommission im Wege eines delegierten Rechtsakts aktualisieren kann, um den UN-Empfehlungen zu folgen (Art. 1 Abs. 2, Art. 46 und Anhang I). Es steht den Mitgliedstaaten weiterhin frei, andere Stoffe nach nationalem Recht als Explosivstoffe zu bestimmen (Art. 1 Abs. 3). Ausgangsstoffe sind keine Explosivstoffe der Klasse 1 und unterliegen der gesonderten EU-Verordnung über Ausgangsstoffe für Explosivstoffe, die seit dem 1. Februar 2021 gilt.

Die Pflichten treffen die Wirtschaftsakteure. Hersteller ist, wer einen Explosivstoff herstellt oder entwerfen oder herstellen lässt und ihn unter seinem Namen oder seiner Marke vermarktet oder für eigene Zwecke verwendet (Art. 2 Nr. 9); der Bevollmächtigte, der Einführer und der Händler sind wie in den anderen CE-Richtlinien definiert (Art. 2 Nr. 10 bis 12). Einzigartig ist, dass zu den Wirtschaftsakteuren der Richtlinie auch jede natürliche oder juristische Person zählt, die Explosivstoffe lagert, verwendet, verbringt, ein- oder ausführt oder mit ihnen handelt (Art. 2 Nr. 13), wodurch Sprengunternehmen, Steinbrüche und Bergwerke unter die Zulassungs-, Verbringungs- und Rückverfolgbarkeitsvorschriften fallen. Ein gesondert definierter ‘Waffenhändler’ für Feuerwaffen und Munition tritt nur im Munitionsverbringungsverfahren auf (Art. 2 Nr. 14 und Art. 12). Ein Einführer oder Händler, der unter seinem eigenen Namen oder seiner eigenen Marke verkauft oder einen Explosivstoff so verändert, dass dies die Konformität beeinträchtigen kann, übernimmt die Pflichten des Herstellers (Art. 9).

Was Sie tun müssen

Wesentliche Sicherheitsanforderungen

Anhang II verlangt, dass jeder Explosivstoff so gestaltet, hergestellt und geliefert wird, dass er unter normalen, vorhersehbaren Bedingungen ein minimales Risiko für die Sicherheit von Leben und Gesundheit von Menschen darstellt und Schäden an Eigentum und Umwelt verhindert, die vom Hersteller angegebenen Leistungsmerkmale erreicht und so entsorgt werden kann, dass die Auswirkungen auf die Umwelt minimiert werden (Anhang II Teil I). Teil II listet die Angaben und Eigenschaften auf, die zu berücksichtigen oder zu prüfen sind, darunter Konstruktion und chemische Zusammensetzung, physikalische und chemische Stabilität, Schlag- und Reibempfindlichkeit, Verträglichkeit der Bestandteile, chemische Reinheit, Beständigkeit gegen Wasser sowie gegen niedrige und hohe Temperaturen, Eignung für gefährliche Umgebungen wie schlagwettergefährdete Atmosphären, Sicherheitsvorkehrungen gegen vorzeitige oder unbeabsichtigte Zündung, korrektes Laden und Funktionieren, Anleitungen und Kennzeichnungen für den sicheren Umgang, die sichere Lagerung, Verwendung und Entsorgung sowie die Haltbarkeit bis zum Verwendbarkeitsdatum; jeder Explosivstoff muss unter realistischen Bedingungen geprüft werden (Anhang II Teil II Nr. 1 und 2). Es folgen besondere Anforderungen für vier Gruppen: Sprengstoffe, Sprengschnüre, Sicherheitszündschnüre, sonstige Zündschnüre und Zündschläuche, Sprengkapseln (einschließlich Verzögerungszünder) und Verzögerer sowie Treibmittel und Raketentreibmittel (Anhang II Teil II Nr. 3).

Harmonisierte Normen

Explosivstoffe, die harmonisierten Normen oder Teilen davon entsprechen, deren Fundstellen im Amtsblatt veröffentlicht sind, gelten als konform mit den von diesen Normen abgedeckten wesentlichen Sicherheitsanforderungen (Art. 19). Die Seite der Kommission zu harmonisierten Normen für Explosivstoffe für zivile Zwecke listet die Normen im Rahmen der im ABl. C 118 vom 12. April 2017 veröffentlichten Mitteilung auf.

Konformitätsbewertung, Erklärung und CE-Kennzeichnung

Der Hersteller muss eines der Verfahren des Anhangs III anwenden: die EU-Baumusterprüfung (Modul B) durch eine notifizierte Stelle, gefolgt, nach Wahl des Herstellers, von der Konformität mit der Bauart auf der Grundlage einer internen Fertigungskontrolle mit überwachten Produktprüfungen in unregelmäßigen Abständen (Modul C2), der Konformität mit der Bauart auf der Grundlage der Qualitätssicherung bezogen auf das Produktionsverfahren (Modul D), der Konformität mit der Bauart auf der Grundlage der Qualitätssicherung bezogen auf das Produkt (Modul E) oder der Konformität mit der Bauart auf der Grundlage der Produktprüfung (Modul F); oder der Konformität auf der Grundlage einer Einzelprüfung (Modul G) (Art. 20). Es gibt kein Selbsterklärungsverfahren. Für die EU-Baumusterprüfung reicht der Hersteller bei einer einzigen notifizierten Stelle einen Antrag ein, mit den technischen Unterlagen (Risikoanalyse und -bewertung, allgemeine Beschreibung, Zeichnungen, die angewandten harmonisierten Normen oder die stattdessen gewählten Lösungen, Konstruktionsberechnungen und Prüfberichte) sowie für die Fertigung repräsentativen Mustern; die Stelle prüft die Unterlagen, prüft die Muster und stellt eine EU-Baumusterprüfbescheinigung aus, die der Hersteller zusammen mit den Unterlagen 10 Jahre lang aufbewahrt und bei jeder die Konformität beeinträchtigenden Änderung ergänzen lassen muss (Anhang III, Modul B, Nr. 3 bis 9).

Sobald die Konformität nachgewiesen ist, erstellt der Hersteller die EU-Konformitätserklärung nach Anhang IV, hält sie fortlaufend aktuell, übersetzt sie in die vom Mitgliedstaat geforderten Sprachen und stellt, wenn mehrere Unionsrechtsakte gelten, eine einzige Erklärung aus; mit ihrer Erstellung übernimmt der Hersteller die Verantwortung für die Konformität (Art. 21). Die CE-Kennzeichnung folgt den allgemeinen Grundsätzen des Artikels 30 der Verordnung (EG) Nr. 765/2008 und wird sichtbar, lesbar und dauerhaft auf dem Explosivstoff angebracht, bevor er in Verkehr gebracht wird, oder auf der Verpackung und den Begleitdokumenten, wenn die Beschaffenheit des Explosivstoffs dies nicht zulässt, gefolgt von der Kennnummer der an der Fertigungskontrolle beteiligten notifizierten Stelle (Art. 22 und Art. 23 Abs. 1 bis 3). Bei für den Eigengebrauch hergestellten Explosivstoffen, bei Explosivstoffen, die unverpackt oder in mobilen Sprengstoff-Fertigungseinheiten (MEMU) zum unmittelbaren Einbringen in das Bohrloch geliefert werden, und bei vor Ort am Sprengort hergestellten Explosivstoffen wird die CE-Kennzeichnung auf den Begleitdokumenten angebracht (Art. 23 Abs. 5).

Eindeutige Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit

Wirtschaftsakteure müssen ein einheitliches System für die eindeutige Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von Explosivstoffen einhalten, das ihre Größe, Form oder Bauart berücksichtigt, außer wenn eine eindeutige Kennzeichnung wegen des geringen Gefährdungsgrads eines Explosivstoffs entbehrlich ist; das System gilt nicht für Explosivstoffe, die unverpackt oder in Tankwagen zum unmittelbaren Einbringen in das Bohrloch befördert und geliefert werden, oder für Explosivstoffe, die an Sprengorten hergestellt und unmittelbar geladen werden (Art. 15 Abs. 1). Es sieht die Erfassung und Speicherung von Daten zur Identifizierung jedes Explosivstoffs, seines Standorts, solange er sich im Besitz von Wirtschaftsakteuren befindet, und der Identität dieser Akteure vor; die Daten müssen regelmäßig geprüft, vor Beschädigung geschützt, 10 Jahre nach dem Geschäftsvorgang oder, wenn die Explosivstoffe verwendet oder entsorgt wurden, 10 Jahre nach ihrer Verwendung oder Entsorgung gespeichert werden, auch wenn der Akteur seine Tätigkeit eingestellt hat, und den zuständigen Behörden unverzüglich zur Verfügung gestellt werden (Art. 15 Abs. 2 und 3). Die Kommission kann Durchführungsrechtsakte zu Format und Struktur der Kennzeichnung und zu den Ausnahmen für geringe Gefährdung erlassen (Art. 15 Abs. 4); bis dahin gilt die Richtlinie 2008/43/EG weiter (Art. 51 Abs. 3).

Nach der Richtlinie 2008/43/EG in der durch die Richtlinie 2012/4/EU geänderten Fassung kennzeichnen Unternehmen, die Explosivstoffe herstellen oder einführen oder Sprengkapseln zusammenbauen, jeden Explosivstoff und jede kleinste Verpackungseinheit mit einer eindeutigen Kennzeichnung, bestehend aus einem lesbaren Teil (Name des Herstellers und ein alphanumerischer Code mit zwei Buchstaben für den Herstellungs- oder Einfuhr-Mitgliedstaat, drei Ziffern für die von der nationalen Behörde vergebene Fertigungsstätte sowie dem eindeutigen Produktcode und den Logistikangaben des Herstellers) und einem Barcode oder Matrixcode (Richtlinie 2008/43/EG, Art. 3 und Anhang). Die Richtlinie legt die Kennzeichnungsmethode je Produkttyp fest, von Etiketten oder Aufdrucken auf Patronen und Säcken bis zur Prägung auf Sprengkapselhülsen und der Kennzeichnung alle 5 Meter der Sprengschnur (Art. 5 bis Art. 11), schließt Munition, Zündschnüre, Sicherheitszündschnüre und Anzündhütchen aus (Art. 2) und verlangt von den Unternehmen, alle Kennzeichnungen mit Obhut und Standort jedes Explosivstoffs zu erfassen, die Daten 10 Jahre lang aufzubewahren, sie zu schützen und eine außerhalb der Geschäftszeiten erreichbare Kontaktperson zu benennen (Art. 13 und Art. 14). Hersteller von Explosivstoffen außerhalb des Systems kennzeichnen stattdessen eine Typ-, Chargen- oder Seriennummer oder ein anderes zur Identifizierung geeignetes Merkmal zusammen mit ihrem Namen, eingetragenen Handelsnamen oder ihrer eingetragenen Marke und einer einzigen Postanschrift, oder bringen diese Angaben auf der Verpackung oder in einem Begleitdokument an (Art. 5 Abs. 5). Der eigene Name und die Postanschrift des Einführers sind nicht an diese Ausnahme gebunden: Einführer müssen sie auf jedem von ihnen in Verkehr gebrachten Explosivstoff angeben, oder, wenn das nicht möglich ist, auf seiner Verpackung oder in einem Begleitdokument (Art. 7 Abs. 3).

Verbringungen, Genehmigungen und Beschlagnahmen

Explosivstoffe dürfen innerhalb der Union nur nach Artikel 11 verbracht werden: Der Empfänger holt die Genehmigung der zuständigen Behörde seines Mitgliedstaats ein, die prüft, ob der Empfänger rechtlich zum Erwerb von Explosivstoffen befugt ist und über die erforderlichen Erlaubnisse oder Genehmigungen verfügt, und der für die Verbringung verantwortliche Akteur unterrichtet jeden Transit-Mitgliedstaat und holt dessen vorherige Genehmigung ein (Art. 11 Abs. 2). Die Behörde stellt ein Dokument aus, das die Explosivstoffe bis zu ihrem Bestimmungsort begleitet und auf Verlangen vorzulegen ist; gelten besondere Sicherheitsanforderungen, übermittelt der Empfänger zuvor die Namen und Anschriften der Akteure, die Anzahl, Menge, Beschreibung und Kennzeichnung der Explosivstoffe einschließlich der UN-Nummer, die Konformitätsangaben, das Beförderungsmittel, die Route, die Termine und die Ein- und Ausgangspunkte, und wo keine solchen Anforderungen gelten, kann die Behörde stattdessen eine befristete Genehmigung erteilen (Art. 11 Abs. 4 bis 6). Kein Akteur darf Explosivstoffe verbringen, sofern der Empfänger nicht über die erforderlichen Genehmigungen verfügt (Art. 11 Abs. 8). Munitionsverbringungen folgen dem gesonderten Genehmigungsverfahren des Artikels 12, die Mitgliedstaaten können bei ernsthaften Bedrohungen der öffentlichen Sicherheit verhältnismäßige Notfallmaßnahmen gegen Verbringungen ergreifen (Art. 13), und sie betreiben dafür Informationsaustauschnetze (Art. 14).

Wirtschaftsakteure müssen über eine Erlaubnis oder Genehmigung verfügen, die sie zur Herstellung, Lagerung, Verwendung, Ein- oder Ausfuhr, Verbringung oder zum Handel mit Explosivstoffen berechtigt; Beschäftigte eines zugelassenen Akteurs benötigen keine eigene (Art. 16). Eine Herstellungsgenehmigung wird erst erteilt, nachdem der Mitgliedstaat geprüft hat, dass der Akteur die von ihm übernommenen technischen Verpflichtungen erfüllen kann (Art. 17), und die zuständigen Behörden können jeden Explosivstoff beschlagnahmen, für den hinreichende Anhaltspunkte bestehen, dass er widerrechtlich erworben, verwendet oder gehandelt wird (Art. 18).

Pflichten nach Rolle

Hersteller gestalten und stellen nach Anhang II her, erstellen die Unterlagen und lassen das Verfahren nach Artikel 20 durchführen, erstellen die Erklärung und bringen die CE-Kennzeichnung an, bewahren beide 10 Jahre lang auf, halten die Serienproduktion konform, bringen die eindeutige Kennzeichnung oder die Ersatzkennzeichnung an, stellen Anleitungen und Sicherheitsinformationen in der erforderlichen Sprache bereit, ergreifen Korrekturmaßnahmen und unterrichten die Behörden über Risiken, und arbeiten auf Verlangen mit (Art. 5). Bevollmächtigte handeln im Rahmen einer Vollmacht, die mindestens die Aufbewahrung der Unterlagen und die Zusammenarbeit mit den Behörden umfassen muss und keine Gestaltungs- oder Dokumentationspflichten übernehmen darf (Art. 6). Einführer bringen nur konforme Explosivstoffe in Verkehr, prüfen die Arbeit des Herstellers, fügen ihren eigenen Namen und ihre Anschrift hinzu, stellen die Sprache der Anleitungen sicher, schützen die Explosivstoffe bei Lagerung und Transport, ergreifen Korrekturmaßnahmen und bewahren die Erklärung 10 Jahre lang auf (Art. 7). Händler prüfen die CE-Kennzeichnung, die Dokumente, die Sprache und die Kennzeichnung, bevor sie Explosivstoffe bereitstellen, schützen sie bei Lagerung und Transport und sorgen dafür, dass Korrekturmaßnahmen ergriffen werden (Art. 8). Einführer und Händler, die unter ihrer eigenen Marke verkaufen oder Explosivstoffe verändern, werden zu Herstellern (Art. 9), und bei Explosivstoffen außerhalb des Kennzeichnungssystems benennt jeder Akteur seine Lieferanten und Kunden 10 Jahre lang (Art. 10).

Durchsetzung und Sanktionen

Die Marktüberwachung folgt den Artikeln 16 bis 29 der Verordnung (EG) Nr. 765/2008, wie sie durch Artikel 41 auf Explosivstoffe angewandt werden; diese Artikel wurden durch die Verordnung (EU) 2019/1020 gestrichen, die seit dem 16. Juli 2021 gilt und die Richtlinie 2014/28/EU in ihrem Anhang I aufführt, sodass der Verweis als Verweis auf die Verordnung (EU) 2019/1020 zu lesen ist (Art. 41; Verordnung (EU) 2019/1020, Art. 39, Art. 44 und Anhang I). Hat eine Behörde hinreichenden Grund zu der Annahme, dass ein Explosivstoff ein Risiko für die Gesundheit oder Sicherheit von Personen, für Eigentum oder die Umwelt darstellt, bewertet sie den Explosivstoff, verlangt Korrekturmaßnahmen, die Rücknahme oder den Rückruf innerhalb einer angemessenen, dem Risiko entsprechenden Frist, unterrichtet die notifizierte Stelle und verbietet oder beschränkt die Bereitstellung, nimmt den Explosivstoff zurück oder ruft ihn zurück und unterrichtet die Kommission und die anderen Mitgliedstaaten, wenn der Akteur nicht tätig wird (Art. 42). Konforme Explosivstoffe, die dennoch ein Risiko darstellen, können ebenso behandelt werden (Art. 44), und die Kommission entscheidet über strittige nationale Maßnahmen im Rahmen des Unionsschutzklauselverfahrens (Art. 43). Formale Nichtkonformität, etwa eine fehlende oder falsch angebrachte CE-Kennzeichnung, eine fehlende Kennnummer der notifizierten Stelle, eine fehlende oder unrichtige Erklärung, unvollständige technische Unterlagen oder fehlende, falsche oder unvollständige Kennzeichnungs- und Adressangaben, muss beendet werden und führt andernfalls zu Beschränkung, Verbot, Rücknahme oder Rückruf (Art. 45).

Die Sanktionen werden national festgelegt: Die Mitgliedstaaten legen wirksame, verhältnismäßige und abschreckende Sanktionen für Verstöße gegen ihre Umsetzungsgesetze fest, die bei schweren Verstößen strafrechtliche Sanktionen umfassen können (Art. 50). In Dänemark macht die Bekendtgørelse Nr. 1251 vom 29. Oktober 2025 über Explosivstoffe, erlassen vom Justitsministeriet nach dem Waffen- und Explosivstoffgesetz (LBK Nr. 1736 vom 26. August 2021) und in Kraft seit dem 1. November 2025, die Richtlinie 2014/28/EU und die Richtlinie 2008/43/EG in Dänemark anwendbar und druckt sie als Anhänge ab; Genehmigungen zum Handel und zur Vermarktung von Explosivstoffen erfassen nur Produkte, die den Artikeln 3 bis 4, 5 Abs. 1, 19 und 22 bis 23 sowie den Anhängen II bis IV der Richtlinie und den Kennzeichnungsvorschriften der Richtlinie 2008/43/EG entsprechen, und für den Handel, die Lagerung, die Verbringung innerhalb Dänemarks, den Erwerb und die Verwendung von Explosivstoffen ist jeweils eine polizeiliche Genehmigung erforderlich, erteilt von der politidirektøren i Midt- og Vestjyllands Politi, wobei die Polizei die Aufsichtsbehörde für Genehmigungen ist. Verstöße gegen ihre §§ 2 bis 11, gegen § 12, Stk. 4 – wonach eine juristische Person eine natürliche Person benennen muss, die gemeinsam mit ihr für die Einhaltung der Explosivstoffvorschriften verantwortlich ist – und gegen die mit einer Genehmigung verbundenen Auflagen werden mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu 4 Monaten geahndet, unter erschwerenden Umständen bis zu 2 Jahren, und Unternehmen können haftbar gemacht werden; die Pflicht, ein Verzeichnis über Empfang und Abgabe von Explosivstoffen zu führen, wurde durch die Bekendtgørelse Nr. 231 vom 29. Januar 2026, in Kraft seit dem 1. Februar 2026, ausgeweitet: § 10, Stk. 1 bindet nun jede natürliche oder juristische Person, nicht mehr nur Hersteller und diejenigen, die Explosivstoffe unter ihrem eigenen Namen oder ihrer eigenen Marke vermarkten, und nimmt nur natürliche Personen mit einer Herstellungsgenehmigung aus, einschließlich zum Wiederladen von Munition. Das Verzeichnis muss den Typ, die eindeutige Kennzeichnung und den Lagerort der Explosivstoffe sowie deren jeweilige Besitzer zeigen, mindestens 10 Jahre ab dem Ende des Kalenderjahres des Geschäftsvorgangs oder, soweit bekannt, ab dem Ende des Lebenszyklus der Explosivstoffe aufbewahrt werden, bei Geschäftsaufgabe unverzüglich an die Polizei übergeben werden, und eine Jahreskopie muss der Polizei am Ende jedes Kalenderjahres übermittelt werden, zusammen mit dem Namen und den Kontaktdaten einer außerhalb der üblichen Geschäftszeiten erreichbaren Person (§ 10, Stk. 2 bis 4). Sikkerhedsstyrelsen, seit Januar 2026 eine Abteilung der Erhvervsstyrelsen mit dem Namen Markedsovervågning, kontrolliert Explosivstoffe für zivile Zwecke seit dem 1. August 2018 im Auftrag des Justitsministeriet und kann die Polizei um die Untersuchung von Verstößen ersuchen; vermutlich nicht konforme Produkte werden der Erhvervsstyrelsen gemeldet.

Was sich ändert

Die Kommission veröffentlichte am 19. September 2025 ihre Bewertung der Richtlinie (SWD(2025) 266). Sie stellte fest, dass die Richtlinie insgesamt gut funktioniert, einige ihrer Bestimmungen jedoch veraltet und nicht für das digitale Zeitalter geeignet sind, und kündigte an, die Ergebnisse zu prüfen und zu entscheiden, ob im Einklang mit der Sicherheitsstrategie ProtectEU eine Überarbeitung eingeleitet wird. Es wurde kein Änderungsrechtsakt erlassen, und die Notfallverfahren für den Binnenmarkt der Richtlinie (EU) 2024/2749 erstrecken sich nicht auf diese Richtlinie.

Wie Conphora hilft

Conphora überwacht die Richtlinie über zivile Explosivstoffe, ihre harmonisierten Normen und die dänischen Bekendtgørelser und gleicht Ihre Produkte mit den wesentlichen Sicherheitsanforderungen ab, wobei Lücken in der EU-Baumusterprüfung, im Fertigungsmodul, in der Konformitätserklärung, in der CE-Kennzeichnung und in der eindeutigen Kennzeichnung erkannt werden, bevor sie zu Durchsetzungsproblemen werden. Die Plattform hilft Ihnen, die technischen Unterlagen und die 10-jährigen Rückverfolgbarkeitsaufzeichnungen aufzubauen und zu pflegen, verfolgt die Verbringungsgenehmigungen und Erlaubnisse, die jeder Vorgang benötigt, und benachrichtigt Sie, wenn sich eine Norm, die Richtlinie oder die Kennzeichnungsvorschriften ändern.

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Quellen

Dieser Leitfaden dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.

Sanktionen

Durchgesetzt durch Die nationalen Marktüberwachungsbehörden setzen die die Richtlinie umsetzenden nationalen Gesetze mit den Befugnissen der Verordnung (EU) 2019/1020 durch (die Richtlinie zitiert weiterhin die Artikel 16 bis 29 der Verordnung (EG) Nr. 765/2008, die seit dem 16. Juli 2021 als Verordnung (EU) 2019/1020 zu lesen sind), und die für Verbringungen, Genehmigungen und Beschlagnahmen benannten zuständigen Behörden wenden das Sicherheitskapitel an; in Dänemark wird die Richtlinie durch die Bekendtgørelse Nr. 1251 des Justitsministeriet vom 29. Oktober 2025 über Explosivstoffe nach dem Waffen- und Explosivstoffgesetz umgesetzt, Genehmigungen zum Handel, zur Lagerung, Verbringung, zum Erwerb und zur Verwendung von Explosivstoffen werden von der Polizei erteilt (politidirektøren i Midt- og Vestjyllands Politi), die die Bekendtgørelse zur Aufsichtsbehörde für die von ihr erteilten Genehmigungen macht (§ 13, stk. 4), und Sikkerhedsstyrelsen, seit Januar 2026 die Abteilung Markedsovervågning der Erhvervsstyrelsen, kontrolliert Explosivstoffe für zivile Zwecke seit dem 1. August 2018 im Auftrag des Justitsministeriet. Das Instrumentarium umfasst Korrekturmaßnahmen innerhalb einer gesetzten Frist, das Verbot oder die Beschränkung der Bereitstellung, die Rücknahme oder den Rückruf, Anordnungen zur Beendigung formaler Nichtkonformität wie fehlender CE-Kennzeichnung, fehlender Kennnummer der notifizierten Stelle, fehlender Erklärung oder Kennzeichnung, die Beschlagnahme von Explosivstoffen, die widerrechtlich erworben, verwendet oder gehandelt werden, sowie nationale Sanktionen, die wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein müssen und bei schweren Verstößen strafrechtliche Sanktionen umfassen können.

Die Mitgliedstaaten legen die Vorschriften über Sanktionen für Verstöße von Wirtschaftsakteuren gegen ihre nationalen Umsetzungsgesetze fest und setzen sie durch; die Sanktionen müssen wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein und können bei schweren Verstößen strafrechtliche Sanktionen umfassen. Die Marktüberwachungsbehörden bewerten Explosivstoffe, die ein Risiko für die Gesundheit oder Sicherheit von Personen, für Eigentum oder die Umwelt darstellen, verlangen Korrekturmaßnahmen, die Rücknahme oder den Rückruf innerhalb einer angemessenen, dem Risiko entsprechenden Frist, unterrichten die notifizierte Stelle, und verbieten oder beschränken die Bereitstellung, nehmen den Explosivstoff zurück oder rufen ihn zurück und unterrichten die Kommission und die anderen Mitgliedstaaten, wenn der Akteur nicht tätig wird; konforme Explosivstoffe, die dennoch ein Risiko darstellen, können ebenso behandelt werden, und die zuständigen Behörden können jeden Explosivstoff beschlagnahmen, für den hinreichende Anhaltspunkte bestehen, dass er widerrechtlich erworben, verwendet oder gehandelt wird. Formale Nichtkonformität, etwa eine fehlende oder falsch angebrachte CE-Kennzeichnung, eine fehlende Kennnummer der notifizierten Stelle, eine fehlende oder unrichtige EU-Konformitätserklärung, unvollständige technische Unterlagen oder fehlende, falsche oder unvollständige Kennzeichnungs- und Adressangaben, muss beendet werden und führt andernfalls zu Beschränkung, Verbot, Rücknahme oder Rückruf. In Dänemark macht die Bekendtgørelse Nr. 1251 vom 29. Oktober 2025 über Explosivstoffe (Justitsministeriet, in Kraft seit dem 1. November 2025) die Richtlinie und die Richtlinie 2008/43/EG in Dänemark anwendbar, beschränkt Genehmigungen zum Handel und zur Vermarktung von Explosivstoffen auf Produkte, die die Artikel 3 bis 4, 5 Abs. 1, 19 und 22 bis 23 sowie die Anhänge II bis IV der Richtlinie und die Kennzeichnungsvorschriften der Richtlinie 2008/43/EG erfüllen, verlangt polizeiliche Genehmigungen zum Handel, zur Lagerung, Verbringung, zum Erwerb und zur Verwendung von Explosivstoffen, und ahndet Verstöße gegen ihre §§ 2 bis 11 und § 12, Stk. 4 sowie Verstöße gegen die mit einer Genehmigung verbundenen Auflagen mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu 4 Monaten, unter erschwerenden Umständen bis zu 2 Jahren, mit Unternehmenshaftung nach Kapitel 5 des Strafgesetzbuches. Die Bekendtgørelse benennt nur die Polizei als Aufsichtsbehörde für die von ihr vorgesehenen Genehmigungen (§ 13, Stk. 4), und das dänische Produktgesetz (lov om produkter og markedsovervågning, konsolidiert als LBK Nr. 22 vom 8. Januar 2026) führt die Richtlinie 2014/28/EU nicht unter den von ihm erfassten Rechtsakten auf, sodass die Marktüberwachung von Explosivstoffen für zivile Zwecke auf der eigenen veröffentlichten Erklärung der Kontrollbehörde beruht, dass sie diese im Auftrag des Justitsministeriet wahrnimmt, und nicht auf einer veröffentlichten Übertragungsverordnung. Sikkerhedsstyrelsen, seit Januar 2026 die Abteilung Markedsovervågning der Erhvervsstyrelsen, kontrolliert Explosivstoffe für zivile Zwecke im Auftrag des Justitsministeriet und kann die Polizei um die Untersuchung von Verstößen ersuchen.

Quelle · Art. 50, Art. 18, Art. 42, Art. 44 und Art. 45Quelle · § 12, stk. 4, § 13, stk. 4, og § 15Quelle · § 2, stk. 1, og § 9, stk. 1QuelleQuelle

Was sich geändert hat

Inkrafttreten, Änderungen und Compliance-Radar-Einträge für ExplD, neueste zuerst.

  1. Leitlinie

    Leitfaden anhand des Richtlinientextes nach dem SPEC-62-Modell neu geschrieben

    Der Fließtext wurde anhand des Amtsblatt-Textes der Richtlinie 2014/28/EU und der konsolidierten Richtlinie 2008/43/EG neu geschrieben: Die Artikelnummerierung folgt nun der Richtlinie (Verbringungen Artikel 11, eindeutige Kennzeichnung Artikel 15, Zulassung Artikel 16, Konformitätsbewertung Artikel 20, Marktüberwachung Artikel 41 bis 45, Sanktionen Artikel 50, Umsetzung Artikel 52), die genaue Modulwahl nach Anhang III und die Ausnahmen werden wörtlich wiedergegeben, und die dänische Umsetzung nennt nun die Bekendtgørelse Nr. 1251 vom 29. Oktober 2025 und die Polizei als Genehmigungsbehörde statt unbenannter Behörden.

    Quelle · Art. 11, Art. 15, Art. 16, Art. 20, Art. 41 bis Art. 45, Art. 50 und Art. 52Quelle
  2. Änderung

    Dänemark: Das Explosivstoffregister wird auf jeden Besitzer von Explosivstoffen ausgeweitet

    Die Bekendtgørelse Nr. 231 vom 29. Januar 2026 formuliert § 10, Stk. 1 der Bekendtgørelse Nr. 1251 vom 29. Oktober 2025 über Explosivstoffe mit Wirkung vom 1. Februar 2026 neu. Die Pflicht, ein Verzeichnis über Empfang und Abgabe von Explosivstoffen mit ihrem Typ, ihrer eindeutigen Kennzeichnung und ihrem Lagerort sowie den jeweiligen Besitzern zu führen, trifft nun jede natürliche oder juristische Person und nicht mehr nur Hersteller und diejenigen, die Explosivstoffe unter ihrem eigenen Namen oder ihrer eigenen Marke vermarkten; ausgenommen sind nur natürliche Personen mit einer Herstellungsgenehmigung, einschließlich zum Wiederladen von Munition.

    Quelle · § 1 und § 2Quelle · § 10
  3. Leitlinie

    Bewertung der Richtlinie über zivile Explosivstoffe durch die Kommission veröffentlicht

    Das Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen SWD(2025) 266 stellt fest, dass die Richtlinie insgesamt gut funktioniert, einige Bestimmungen jedoch veraltet und nicht für das digitale Zeitalter geeignet sind; die Kommission wird die Ergebnisse prüfen und entscheiden, ob im Einklang mit der Strategie ProtectEU eine Überarbeitung eingeleitet wird. Es wurde keine Änderung erlassen.

    Quelle
  4. Gilt

    Die Verordnung (EU) 2019/1020 ersetzt die Marktüberwachungsartikel der Verordnung (EG) Nr. 765/2008

    Kapitel III, Artikel 15 bis 29, der Verordnung (EG) Nr. 765/2008 wird gestrichen und durch den Marktüberwachungsrahmen der Verordnung (EU) 2019/1020 ersetzt, die die Richtlinie 2014/28/EU als Nr. 47 ihres Anhangs I aufführt. Artikel 41 der Richtlinie wendet die Artikel 16 bis 29 der Verordnung (EG) Nr. 765/2008 auf Explosivstoffe an, sodass dieser Verweis seit dem 16. Juli 2021 als Verweis auf die Verordnung (EU) 2019/1020 zu lesen ist, während die Grundsätze der CE-Kennzeichnung nach Artikel 30 der Verordnung (EG) Nr. 765/2008 unberührt bleiben und weiterhin gelten.

    Quelle · Art. 39 Nr. 4, Art. 44 und Anhang I Nr. 47
  5. Gilt

    Die Richtlinie 2014/28/EU gilt; die Richtlinien 93/15/EWG und 2004/57/EG werden aufgehoben

    Die Mitgliedstaaten wenden ihre Umsetzungsmaßnahmen ab dem 20. April 2016 an, die unmittelbar anwendbaren Bestimmungen und die Anhänge I, II, V und VI gelten ab demselben Datum, und die geänderte Richtlinie 93/15/EWG sowie die Richtlinie 2004/57/EG werden aufgehoben; Explosivstoffe, die der Richtlinie 93/15/EWG entsprechen und vor dem 20. April 2016 in Verkehr gebracht wurden, dürfen weiterhin bereitgestellt werden, die nach ihr ausgestellten Bescheinigungen bleiben gültig, und die Richtlinie 2008/43/EG gilt weiter, bis sie durch Durchführungsrechtsakte nach Artikel 15 ersetzt wird.

    Quelle · Art. 51, Art. 52, Art. 53 und Art. 54
  6. In Kraft

    Die Richtlinie 2014/28/EU tritt in Kraft

    Angenommen am 26. Februar 2014 als an den Neuen Rechtsrahmen angepasste Neufassung der Richtlinie 93/15/EWG und veröffentlicht im ABl. L 96 vom 29. März 2014, trat die Richtlinie am zwanzigsten Tag nach der Veröffentlichung in Kraft; die Mitgliedstaaten hatten bis zum 19. April 2016 Zeit zur Umsetzung.

    Quelle · Art. 52 Abs. 1 und Art. 54

Häufige Fragen zu ExplD

Wann begann die Richtlinie 2014/28/EU über zivile Explosivstoffe zu gelten?

Die als Neufassung erlassene Richtlinie wurde am 26. Februar 2014 angenommen, am 29. März 2014 im Amtsblatt veröffentlicht und trat am 18. April 2014 in Kraft. Die Mitgliedstaaten mussten die operativen Bestimmungen bis zum 19. April 2016 umsetzen und ab dem 20. April 2016 anwenden, als die Richtlinie 93/15/EWG und die Richtlinie 2004/57/EG aufgehoben wurden; das Sicherheitskapitel, die Konformitätsvermutung, die Verweise auf die Module D bis G und die Anhänge gelten unmittelbar ab demselben Datum. Explosivstoffe, die der Richtlinie 93/15/EWG entsprechen und vor dem 20. April 2016 in Verkehr gebracht wurden, dürfen weiterhin bereitgestellt werden, und die nach ihr ausgestellten Bescheinigungen bleiben gültig.

Quelle · Art. 51, Art. 52, Art. 53 und Art. 54
Welche Produkte gelten als Explosivstoffe für zivile Zwecke?

Die Stoffe und Gegenstände, die in den Empfehlungen der Vereinten Nationen für die Beförderung gefährlicher Güter als Explosivstoffe gelten und in die Klasse 1 dieser Empfehlungen fallen, etwa Sprengstoffe, Sprengschnüre, Sicherheitszündschnüre, Zündschläuche, Sprengkapseln, Verzögerer, Verstärkerladungen und Treibmittel für zivile Zwecke. Ausgenommen sind Explosivstoffe, einschließlich Munition, die für die Streitkräfte oder die Polizei bestimmt sind, pyrotechnische Gegenstände nach der Richtlinie 2013/29/EU sowie Munition, außer dass die Verbringungs-, Ausnahme- und Informationsaustauschregeln der Artikel 12 bis 14 auch Munition erfassen; Anhang I führt die Einträge der UN-Klasse 1 auf, die als pyrotechnische Gegenstände oder Munition gelten.

Quelle · Art. 1, Art. 2 Nr. 1 und 2 sowie Anhang I
Benötige ich für zivile Explosivstoffe eine notifizierte Stelle?

Ja. Der Hersteller muss eines der Verfahren des Anhangs III anwenden: die EU-Baumusterprüfung (Modul B) durch eine notifizierte Stelle, gefolgt, nach Wahl des Herstellers, von der Konformität mit der Bauart auf der Grundlage einer internen Fertigungskontrolle mit überwachten Produktprüfungen in unregelmäßigen Abständen (Modul C2), der Qualitätssicherung bezogen auf das Produktionsverfahren (Modul D), der Qualitätssicherung bezogen auf das Produkt (Modul E) oder der Produktprüfung (Modul F); oder der Konformität auf der Grundlage einer Einzelprüfung (Modul G). Es gibt kein Selbsterklärungsverfahren, und der CE-Kennzeichnung folgt die Kennnummer der an der Fertigungskontrolle beteiligten notifizierten Stelle.

Quelle · Art. 20, Art. 23 Abs. 3 und Anhang III
Was ist die eindeutige Kennzeichnung von Explosivstoffen, und wer muss sie anbringen?

Hersteller müssen sicherstellen, dass die von ihnen in Verkehr gebrachten Explosivstoffe eine eindeutige Kennzeichnung nach dem einheitlichen System der Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit des Artikels 15 tragen, und Einführer und Händler müssen dies prüfen. Bis die Kommission es durch Durchführungsrechtsakte ersetzt, ist das System dasjenige der Richtlinie 2008/43/EG in der durch die Richtlinie 2012/4/EU geänderten Fassung: Unternehmen, die Explosivstoffe herstellen oder einführen oder Sprengkapseln zusammenbauen, kennzeichnen jeden Explosivstoff und jede kleinste Verpackungseinheit mit dem Namen des Herstellers, einem zweistelligen Mitgliedstaatencode, einem dreistelligen, von der nationalen Behörde vergebenen Code der Fertigungsstätte und dem Produkt- und Logistikcode des Herstellers sowie einem Barcode oder Matrixcode. Das System gilt nicht für Explosivstoffe, die unverpackt oder in Tankwagen zum unmittelbaren Einbringen in das Bohrloch geliefert werden, für vor Ort hergestellte Explosivstoffe, Munition, Zündschnüre, Sicherheitszündschnüre und Anzündhütchen.

Quelle · Art. 5 Abs. 5, Art. 15 und Art. 51 Abs. 3Quelle · Art. 2, Art. 3 und Anhang
Wie funktioniert die Genehmigung von Verbringungen von Explosivstoffen zwischen Mitgliedstaaten?

Der Empfänger holt die Genehmigung der zuständigen Behörde seines eigenen Mitgliedstaats ein, die prüft, ob der Empfänger rechtlich zum Erwerb von Explosivstoffen befugt ist und über die erforderlichen Erlaubnisse oder Genehmigungen verfügt; der für die Verbringung verantwortliche Akteur unterrichtet jeden Transit-Mitgliedstaat und holt dessen vorherige Genehmigung ein. Die Behörde stellt ein Dokument aus, das die Explosivstoffe bis zu ihrem Bestimmungsort begleitet und auf Verlangen vorzulegen ist, und gelten besondere Sicherheitsanforderungen, übermittelt der Empfänger zuvor die Namen und Anschriften der Akteure, die Anzahl, Menge und Beschreibung der Explosivstoffe mit ihrer UN-Nummer, das Beförderungsmittel, die Route und die Termine. Kein Akteur darf Explosivstoffe verbringen, sofern der Empfänger nicht über die erforderlichen Genehmigungen verfügt, und die Mitgliedstaaten können bei ernsthaften Bedrohungen der öffentlichen Sicherheit zusätzliche Maßnahmen gegen Verbringungen ergreifen.

Quelle · Art. 11 und Art. 13
Wie lange müssen Aufzeichnungen und Unterlagen aufbewahrt werden?

Hersteller bewahren die technischen Unterlagen, die EU-Konformitätserklärung und die EU-Baumusterprüfbescheinigung 10 Jahre nach dem Inverkehrbringen des Explosivstoffs auf, Bevollmächtigte halten die Erklärung und die Unterlagen für denselben Zeitraum für die Behörden bereit, und Einführer bewahren eine Kopie der Erklärung 10 Jahre lang auf. Die Kennzeichnungs- und Rückverfolgbarkeitsdaten müssen 10 Jahre nach dem Geschäftsvorgang oder, wenn die Explosivstoffe verwendet oder entsorgt wurden, 10 Jahre nach ihrer Verwendung oder Entsorgung aufbewahrt werden, auch wenn der Akteur seine Tätigkeit eingestellt hat; bei Explosivstoffen außerhalb dieses Systems benennen die Akteure ihre Lieferanten und Kunden 10 Jahre lang.

Quelle · Art. 5 Abs. 3, Art. 6 Abs. 2, Art. 7 Abs. 7, Art. 10 und Art. 15 Abs. 3; Anhang III, Modul B, Nr. 9
Wer setzt die Richtlinie über zivile Explosivstoffe in Dänemark durch, und wie sehen die Sanktionen aus?

Die Bekendtgørelse Nr. 1251 vom 29. Oktober 2025 über Explosivstoffe, erlassen vom Justitsministeriet nach dem Waffen- und Explosivstoffgesetz und in Kraft seit dem 1. November 2025, macht die Richtlinie 2014/28/EU und die Richtlinie 2008/43/EG in Dänemark anwendbar und verlangt polizeiliche Genehmigungen zum Handel, zur Lagerung, Verbringung, zum Erwerb und zur Verwendung von Explosivstoffen, erteilt von der politidirektøren i Midt- og Vestjyllands Politi; Handelsgenehmigungen erfassen nur Explosivstoffe, die den Artikeln 3 bis 4, 5 Absatz 1, 19 und 22 bis 23 sowie den Anhängen II bis IV der Richtlinie entsprechen. Verstöße gegen ihre §§ 2 bis 11, gegen § 12, Stk. 4, wonach eine juristische Person eine natürliche Person benennen muss, die gemeinsam mit ihr für die Einhaltung verantwortlich ist, oder gegen die mit einer Genehmigung verbundenen Auflagen werden mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu 4 Monaten geahndet, unter erschwerenden Umständen bis zu 2 Jahren, und Unternehmen können haftbar gemacht werden nach Kapitel 5 des Strafgesetzbuches. Sikkerhedsstyrelsen, seit Januar 2026 die Abteilung Markedsovervågning der Erhvervsstyrelsen, kontrolliert Explosivstoffe für zivile Zwecke seit dem 1. August 2018 im Auftrag des Justitsministeriet und kann die Polizei um die Untersuchung von Verstößen ersuchen; vermutlich nicht konforme Produkte werden der Erhvervsstyrelsen gemeldet.

QuelleQuelleQuelle
Wird die Richtlinie über zivile Explosivstoffe überarbeitet?

Die Kommission veröffentlichte am 19. September 2025 ihre Bewertung der Richtlinie (SWD(2025) 266). Sie stellte fest, dass die Richtlinie insgesamt gut funktioniert, einige ihrer Bestimmungen jedoch veraltet und nicht für das digitale Zeitalter geeignet sind, und kündigte an, die Ergebnisse zu prüfen und zu entscheiden, ob im Einklang mit der Sicherheitsstrategie ProtectEU eine Überarbeitung eingeleitet wird. Es wurde kein Änderungsrechtsakt erlassen; die Richtlinie wurde seit 2014 nicht geändert, und die Richtlinie (EU) 2024/2749 über Notfallverfahren für den Binnenmarkt erfasst sie nicht.

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Quellen

  1. Richtlinie 2014/28/EU über die Bereitstellung von Explosivstoffen für zivile Zwecke auf dem Markt und ihre Überwachung, ABl. L 96 vom 29. März 2014 (EUR-Lex) https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32014L0028
  2. Dokumentinformationen, Daten und Beziehungen zu CELEX 32014L0028 (EUR-Lex) https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=CELEX:32014L0028
  3. Richtlinie 2008/43/EG der Kommission zur Einrichtung eines Systems zur Kennzeichnung und Rückverfolgung von Explosivstoffen für zivile Zwecke, konsolidierte Fassung vom 14. März 2012 (EUR-Lex) https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02008L0043-20120314
  4. Verordnung (EU) 2019/1020 über Marktüberwachung und die Konformität von Produkten (EUR-Lex) https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32019R1020
  5. Verordnung (EG) Nr. 765/2008 über die Akkreditierung und Marktüberwachung, Artikel 30 zur CE-Kennzeichnung (EUR-Lex) https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32008R0765
  6. Explosivstoffe für zivile Zwecke, harmonisierte Normen (Europäische Kommission, GD GROW) https://single-market-economy.ec.europa.eu/single-market/european-standards/harmonised-standards/explosives-civil-uses_en
  7. Kommission veröffentlicht Bewertungen der EU-Vorschriften zu Pyrotechnik und zivilen Explosivstoffen, 19. September 2025 (Europäische Kommission, GD GROW) https://single-market-economy.ec.europa.eu/news/commission-publishes-evaluations-eu-rules-pyrotechnics-and-civil-explosives-2025-09-19_en
  8. Bekendtgørelse nr. 1251 af 29. oktober 2025 om eksplosivstoffer (Retsinformation) https://www.retsinformation.dk/eli/lta/2025/1251
  9. Bekendtgørelse nr. 231 af 29. januar 2026 om ændring af bekendtgørelse om eksplosivstoffer (Retsinformation) https://www.retsinformation.dk/eli/lta/2026/231
  10. Bekendtgørelse af lov om våben og eksplosivstoffer m.v., LBK nr. 1736 af 26. august 2021 (Retsinformation) https://www.retsinformation.dk/eli/lta/2021/1736
  11. Eksplosivstoffer til civil brug, vi fører kontrol (Sikkerhedsstyrelsen) https://www.sik.dk/erhverv/produkter/eksplosivstoffer-civil-brug/eksplosivstoffer-civil-brug-vi-foerer-kontrol
  12. Kontrol med udgangsstoffer til eksplosivstoffer (Sikkerhedsstyrelsen) https://www.sik.dk/erhverv/produkter/udgangsstoffer-eksplosivstoffer/kontrol-udgangsstoffer-eksplosivstoffer
  13. Sikkerhedsstyrelsen, en del af Erhvervsstyrelsen, ab Januar 2026 (Sikkerhedsstyrelsen) https://www.sik.dk/sikkerhedsstyrelsen-del-erhvervsstyrelsen

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Conphora (2026). ExplD: Richtlinie über Explosivstoffe für zivile Zwecke (Richtlinie 2014/28/EU), erklärt. Abgerufen am 17. Oktober 2026 von https://www.conphora.com/de/eu-verordnungen/expld/
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