ExplD in einfachen Worten
Die Richtlinie über zivile Explosivstoffe (ExplD), formell die Richtlinie 2014/28/EU, ist das Sicherheits- und Sicherungsrecht der EU für Explosivstoffe außerhalb des militärischen und polizeilichen Bereichs: Sprengstoffe, Sprengkapseln, Sprengschnüre, Zündschnüre, Zündschläuche, Verstärkerladungen und Treibmittel für zivile Zwecke. Sie gilt für Explosivstoffe für zivile Zwecke, definiert als die Stoffe und Gegenstände, die in den Empfehlungen der Vereinten Nationen für die Beförderung gefährlicher Güter als Explosivstoffe gelten und in die Klasse 1 dieser Empfehlungen fallen (Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Nr. 1). Explosivstoffe dürfen nur bereitgestellt werden, wenn sie der Richtlinie entsprechen, und die Mitgliedstaaten dürfen konforme Explosivstoffe weder verbieten noch beschränken noch behindern (Art. 3 und Art. 4).
Die Richtlinie tut zweierlei zugleich. Ihre Produktkapitel folgen dem Neuen Rechtsrahmen: wesentliche Sicherheitsanforderungen in Anhang II, Konformitätsbewertung durch eine notifizierte Stelle, eine EU-Konformitätserklärung und die CE-Kennzeichnung (Kapitel 2, 4 und 5). Ihr Sicherungskapitel fügt hinzu, was anderen CE-Richtlinien fehlt: Genehmigungen für jede Verbringung von Explosivstoffen innerhalb der Union, ein einheitliches System der eindeutigen Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit, eine Erlaubnis oder Genehmigung für jeden, der Explosivstoffe herstellt, lagert, verwendet, ein- oder ausführt, verbringt oder mit ihnen handelt, und die Befugnis, Explosivstoffe zu beschlagnahmen, die widerrechtlich erworben, verwendet oder gehandelt werden (Kapitel 3, Art. 11 bis Art. 18). Der Text von 2014 ist eine Neufassung der Richtlinie 93/15/EWG; die Mitgliedstaaten mussten sie bis zum 19. April 2016 umsetzen und ab dem 20. April 2016 anwenden (Art. 52), und sie wurde seither nicht geändert.
Amtlicher Text Lesen Sie die Richtlinie auf EUR-Lex: Richtlinie 2014/28/EU (CELEX 32014L0028). Das System der eindeutigen Kennzeichnung ist in der Richtlinie 2008/43/EG der Kommission, konsolidierte Fassung vom 14. März 2012 festgelegt.
Anwendungsbereich
Drei Gruppen fallen nicht unter die Richtlinie: Explosivstoffe, einschließlich Munition, die nach nationalem Recht für die Verwendung durch die Streitkräfte oder die Polizei bestimmt sind; pyrotechnische Gegenstände im Anwendungsbereich der Richtlinie 2013/29/EU; und Munition, vorbehaltlich der Artikel 12, 13 und 14 über Munitionsverbringungen, Sicherheitsausnahmen und Informationsaustausch (Art. 1 Abs. 2). Anhang I enthält eine nicht erschöpfende Liste der Einträge der UN-Klasse 1, die als pyrotechnische Gegenstände oder Munition gelten und die die Kommission im Wege eines delegierten Rechtsakts aktualisieren kann, um den UN-Empfehlungen zu folgen (Art. 1 Abs. 2, Art. 46 und Anhang I). Es steht den Mitgliedstaaten weiterhin frei, andere Stoffe nach nationalem Recht als Explosivstoffe zu bestimmen (Art. 1 Abs. 3). Ausgangsstoffe sind keine Explosivstoffe der Klasse 1 und unterliegen der gesonderten EU-Verordnung über Ausgangsstoffe für Explosivstoffe, die seit dem 1. Februar 2021 gilt.
Die Pflichten treffen die Wirtschaftsakteure. Hersteller ist, wer einen Explosivstoff herstellt oder entwerfen oder herstellen lässt und ihn unter seinem Namen oder seiner Marke vermarktet oder für eigene Zwecke verwendet (Art. 2 Nr. 9); der Bevollmächtigte, der Einführer und der Händler sind wie in den anderen CE-Richtlinien definiert (Art. 2 Nr. 10 bis 12). Einzigartig ist, dass zu den Wirtschaftsakteuren der Richtlinie auch jede natürliche oder juristische Person zählt, die Explosivstoffe lagert, verwendet, verbringt, ein- oder ausführt oder mit ihnen handelt (Art. 2 Nr. 13), wodurch Sprengunternehmen, Steinbrüche und Bergwerke unter die Zulassungs-, Verbringungs- und Rückverfolgbarkeitsvorschriften fallen. Ein gesondert definierter ‘Waffenhändler’ für Feuerwaffen und Munition tritt nur im Munitionsverbringungsverfahren auf (Art. 2 Nr. 14 und Art. 12). Ein Einführer oder Händler, der unter seinem eigenen Namen oder seiner eigenen Marke verkauft oder einen Explosivstoff so verändert, dass dies die Konformität beeinträchtigen kann, übernimmt die Pflichten des Herstellers (Art. 9).
Was Sie tun müssen
Wesentliche Sicherheitsanforderungen
Anhang II verlangt, dass jeder Explosivstoff so gestaltet, hergestellt und geliefert wird, dass er unter normalen, vorhersehbaren Bedingungen ein minimales Risiko für die Sicherheit von Leben und Gesundheit von Menschen darstellt und Schäden an Eigentum und Umwelt verhindert, die vom Hersteller angegebenen Leistungsmerkmale erreicht und so entsorgt werden kann, dass die Auswirkungen auf die Umwelt minimiert werden (Anhang II Teil I). Teil II listet die Angaben und Eigenschaften auf, die zu berücksichtigen oder zu prüfen sind, darunter Konstruktion und chemische Zusammensetzung, physikalische und chemische Stabilität, Schlag- und Reibempfindlichkeit, Verträglichkeit der Bestandteile, chemische Reinheit, Beständigkeit gegen Wasser sowie gegen niedrige und hohe Temperaturen, Eignung für gefährliche Umgebungen wie schlagwettergefährdete Atmosphären, Sicherheitsvorkehrungen gegen vorzeitige oder unbeabsichtigte Zündung, korrektes Laden und Funktionieren, Anleitungen und Kennzeichnungen für den sicheren Umgang, die sichere Lagerung, Verwendung und Entsorgung sowie die Haltbarkeit bis zum Verwendbarkeitsdatum; jeder Explosivstoff muss unter realistischen Bedingungen geprüft werden (Anhang II Teil II Nr. 1 und 2). Es folgen besondere Anforderungen für vier Gruppen: Sprengstoffe, Sprengschnüre, Sicherheitszündschnüre, sonstige Zündschnüre und Zündschläuche, Sprengkapseln (einschließlich Verzögerungszünder) und Verzögerer sowie Treibmittel und Raketentreibmittel (Anhang II Teil II Nr. 3).
Harmonisierte Normen
Explosivstoffe, die harmonisierten Normen oder Teilen davon entsprechen, deren Fundstellen im Amtsblatt veröffentlicht sind, gelten als konform mit den von diesen Normen abgedeckten wesentlichen Sicherheitsanforderungen (Art. 19). Die Seite der Kommission zu harmonisierten Normen für Explosivstoffe für zivile Zwecke listet die Normen im Rahmen der im ABl. C 118 vom 12. April 2017 veröffentlichten Mitteilung auf.
Konformitätsbewertung, Erklärung und CE-Kennzeichnung
Der Hersteller muss eines der Verfahren des Anhangs III anwenden: die EU-Baumusterprüfung (Modul B) durch eine notifizierte Stelle, gefolgt, nach Wahl des Herstellers, von der Konformität mit der Bauart auf der Grundlage einer internen Fertigungskontrolle mit überwachten Produktprüfungen in unregelmäßigen Abständen (Modul C2), der Konformität mit der Bauart auf der Grundlage der Qualitätssicherung bezogen auf das Produktionsverfahren (Modul D), der Konformität mit der Bauart auf der Grundlage der Qualitätssicherung bezogen auf das Produkt (Modul E) oder der Konformität mit der Bauart auf der Grundlage der Produktprüfung (Modul F); oder der Konformität auf der Grundlage einer Einzelprüfung (Modul G) (Art. 20). Es gibt kein Selbsterklärungsverfahren. Für die EU-Baumusterprüfung reicht der Hersteller bei einer einzigen notifizierten Stelle einen Antrag ein, mit den technischen Unterlagen (Risikoanalyse und -bewertung, allgemeine Beschreibung, Zeichnungen, die angewandten harmonisierten Normen oder die stattdessen gewählten Lösungen, Konstruktionsberechnungen und Prüfberichte) sowie für die Fertigung repräsentativen Mustern; die Stelle prüft die Unterlagen, prüft die Muster und stellt eine EU-Baumusterprüfbescheinigung aus, die der Hersteller zusammen mit den Unterlagen 10 Jahre lang aufbewahrt und bei jeder die Konformität beeinträchtigenden Änderung ergänzen lassen muss (Anhang III, Modul B, Nr. 3 bis 9).
Sobald die Konformität nachgewiesen ist, erstellt der Hersteller die EU-Konformitätserklärung nach Anhang IV, hält sie fortlaufend aktuell, übersetzt sie in die vom Mitgliedstaat geforderten Sprachen und stellt, wenn mehrere Unionsrechtsakte gelten, eine einzige Erklärung aus; mit ihrer Erstellung übernimmt der Hersteller die Verantwortung für die Konformität (Art. 21). Die CE-Kennzeichnung folgt den allgemeinen Grundsätzen des Artikels 30 der Verordnung (EG) Nr. 765/2008 und wird sichtbar, lesbar und dauerhaft auf dem Explosivstoff angebracht, bevor er in Verkehr gebracht wird, oder auf der Verpackung und den Begleitdokumenten, wenn die Beschaffenheit des Explosivstoffs dies nicht zulässt, gefolgt von der Kennnummer der an der Fertigungskontrolle beteiligten notifizierten Stelle (Art. 22 und Art. 23 Abs. 1 bis 3). Bei für den Eigengebrauch hergestellten Explosivstoffen, bei Explosivstoffen, die unverpackt oder in mobilen Sprengstoff-Fertigungseinheiten (MEMU) zum unmittelbaren Einbringen in das Bohrloch geliefert werden, und bei vor Ort am Sprengort hergestellten Explosivstoffen wird die CE-Kennzeichnung auf den Begleitdokumenten angebracht (Art. 23 Abs. 5).
Eindeutige Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit
Wirtschaftsakteure müssen ein einheitliches System für die eindeutige Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von Explosivstoffen einhalten, das ihre Größe, Form oder Bauart berücksichtigt, außer wenn eine eindeutige Kennzeichnung wegen des geringen Gefährdungsgrads eines Explosivstoffs entbehrlich ist; das System gilt nicht für Explosivstoffe, die unverpackt oder in Tankwagen zum unmittelbaren Einbringen in das Bohrloch befördert und geliefert werden, oder für Explosivstoffe, die an Sprengorten hergestellt und unmittelbar geladen werden (Art. 15 Abs. 1). Es sieht die Erfassung und Speicherung von Daten zur Identifizierung jedes Explosivstoffs, seines Standorts, solange er sich im Besitz von Wirtschaftsakteuren befindet, und der Identität dieser Akteure vor; die Daten müssen regelmäßig geprüft, vor Beschädigung geschützt, 10 Jahre nach dem Geschäftsvorgang oder, wenn die Explosivstoffe verwendet oder entsorgt wurden, 10 Jahre nach ihrer Verwendung oder Entsorgung gespeichert werden, auch wenn der Akteur seine Tätigkeit eingestellt hat, und den zuständigen Behörden unverzüglich zur Verfügung gestellt werden (Art. 15 Abs. 2 und 3). Die Kommission kann Durchführungsrechtsakte zu Format und Struktur der Kennzeichnung und zu den Ausnahmen für geringe Gefährdung erlassen (Art. 15 Abs. 4); bis dahin gilt die Richtlinie 2008/43/EG weiter (Art. 51 Abs. 3).
Nach der Richtlinie 2008/43/EG in der durch die Richtlinie 2012/4/EU geänderten Fassung kennzeichnen Unternehmen, die Explosivstoffe herstellen oder einführen oder Sprengkapseln zusammenbauen, jeden Explosivstoff und jede kleinste Verpackungseinheit mit einer eindeutigen Kennzeichnung, bestehend aus einem lesbaren Teil (Name des Herstellers und ein alphanumerischer Code mit zwei Buchstaben für den Herstellungs- oder Einfuhr-Mitgliedstaat, drei Ziffern für die von der nationalen Behörde vergebene Fertigungsstätte sowie dem eindeutigen Produktcode und den Logistikangaben des Herstellers) und einem Barcode oder Matrixcode (Richtlinie 2008/43/EG, Art. 3 und Anhang). Die Richtlinie legt die Kennzeichnungsmethode je Produkttyp fest, von Etiketten oder Aufdrucken auf Patronen und Säcken bis zur Prägung auf Sprengkapselhülsen und der Kennzeichnung alle 5 Meter der Sprengschnur (Art. 5 bis Art. 11), schließt Munition, Zündschnüre, Sicherheitszündschnüre und Anzündhütchen aus (Art. 2) und verlangt von den Unternehmen, alle Kennzeichnungen mit Obhut und Standort jedes Explosivstoffs zu erfassen, die Daten 10 Jahre lang aufzubewahren, sie zu schützen und eine außerhalb der Geschäftszeiten erreichbare Kontaktperson zu benennen (Art. 13 und Art. 14). Hersteller von Explosivstoffen außerhalb des Systems kennzeichnen stattdessen eine Typ-, Chargen- oder Seriennummer oder ein anderes zur Identifizierung geeignetes Merkmal zusammen mit ihrem Namen, eingetragenen Handelsnamen oder ihrer eingetragenen Marke und einer einzigen Postanschrift, oder bringen diese Angaben auf der Verpackung oder in einem Begleitdokument an (Art. 5 Abs. 5). Der eigene Name und die Postanschrift des Einführers sind nicht an diese Ausnahme gebunden: Einführer müssen sie auf jedem von ihnen in Verkehr gebrachten Explosivstoff angeben, oder, wenn das nicht möglich ist, auf seiner Verpackung oder in einem Begleitdokument (Art. 7 Abs. 3).
Verbringungen, Genehmigungen und Beschlagnahmen
Explosivstoffe dürfen innerhalb der Union nur nach Artikel 11 verbracht werden: Der Empfänger holt die Genehmigung der zuständigen Behörde seines Mitgliedstaats ein, die prüft, ob der Empfänger rechtlich zum Erwerb von Explosivstoffen befugt ist und über die erforderlichen Erlaubnisse oder Genehmigungen verfügt, und der für die Verbringung verantwortliche Akteur unterrichtet jeden Transit-Mitgliedstaat und holt dessen vorherige Genehmigung ein (Art. 11 Abs. 2). Die Behörde stellt ein Dokument aus, das die Explosivstoffe bis zu ihrem Bestimmungsort begleitet und auf Verlangen vorzulegen ist; gelten besondere Sicherheitsanforderungen, übermittelt der Empfänger zuvor die Namen und Anschriften der Akteure, die Anzahl, Menge, Beschreibung und Kennzeichnung der Explosivstoffe einschließlich der UN-Nummer, die Konformitätsangaben, das Beförderungsmittel, die Route, die Termine und die Ein- und Ausgangspunkte, und wo keine solchen Anforderungen gelten, kann die Behörde stattdessen eine befristete Genehmigung erteilen (Art. 11 Abs. 4 bis 6). Kein Akteur darf Explosivstoffe verbringen, sofern der Empfänger nicht über die erforderlichen Genehmigungen verfügt (Art. 11 Abs. 8). Munitionsverbringungen folgen dem gesonderten Genehmigungsverfahren des Artikels 12, die Mitgliedstaaten können bei ernsthaften Bedrohungen der öffentlichen Sicherheit verhältnismäßige Notfallmaßnahmen gegen Verbringungen ergreifen (Art. 13), und sie betreiben dafür Informationsaustauschnetze (Art. 14).
Wirtschaftsakteure müssen über eine Erlaubnis oder Genehmigung verfügen, die sie zur Herstellung, Lagerung, Verwendung, Ein- oder Ausfuhr, Verbringung oder zum Handel mit Explosivstoffen berechtigt; Beschäftigte eines zugelassenen Akteurs benötigen keine eigene (Art. 16). Eine Herstellungsgenehmigung wird erst erteilt, nachdem der Mitgliedstaat geprüft hat, dass der Akteur die von ihm übernommenen technischen Verpflichtungen erfüllen kann (Art. 17), und die zuständigen Behörden können jeden Explosivstoff beschlagnahmen, für den hinreichende Anhaltspunkte bestehen, dass er widerrechtlich erworben, verwendet oder gehandelt wird (Art. 18).
Pflichten nach Rolle
Hersteller gestalten und stellen nach Anhang II her, erstellen die Unterlagen und lassen das Verfahren nach Artikel 20 durchführen, erstellen die Erklärung und bringen die CE-Kennzeichnung an, bewahren beide 10 Jahre lang auf, halten die Serienproduktion konform, bringen die eindeutige Kennzeichnung oder die Ersatzkennzeichnung an, stellen Anleitungen und Sicherheitsinformationen in der erforderlichen Sprache bereit, ergreifen Korrekturmaßnahmen und unterrichten die Behörden über Risiken, und arbeiten auf Verlangen mit (Art. 5). Bevollmächtigte handeln im Rahmen einer Vollmacht, die mindestens die Aufbewahrung der Unterlagen und die Zusammenarbeit mit den Behörden umfassen muss und keine Gestaltungs- oder Dokumentationspflichten übernehmen darf (Art. 6). Einführer bringen nur konforme Explosivstoffe in Verkehr, prüfen die Arbeit des Herstellers, fügen ihren eigenen Namen und ihre Anschrift hinzu, stellen die Sprache der Anleitungen sicher, schützen die Explosivstoffe bei Lagerung und Transport, ergreifen Korrekturmaßnahmen und bewahren die Erklärung 10 Jahre lang auf (Art. 7). Händler prüfen die CE-Kennzeichnung, die Dokumente, die Sprache und die Kennzeichnung, bevor sie Explosivstoffe bereitstellen, schützen sie bei Lagerung und Transport und sorgen dafür, dass Korrekturmaßnahmen ergriffen werden (Art. 8). Einführer und Händler, die unter ihrer eigenen Marke verkaufen oder Explosivstoffe verändern, werden zu Herstellern (Art. 9), und bei Explosivstoffen außerhalb des Kennzeichnungssystems benennt jeder Akteur seine Lieferanten und Kunden 10 Jahre lang (Art. 10).
Durchsetzung und Sanktionen
Die Marktüberwachung folgt den Artikeln 16 bis 29 der Verordnung (EG) Nr. 765/2008, wie sie durch Artikel 41 auf Explosivstoffe angewandt werden; diese Artikel wurden durch die Verordnung (EU) 2019/1020 gestrichen, die seit dem 16. Juli 2021 gilt und die Richtlinie 2014/28/EU in ihrem Anhang I aufführt, sodass der Verweis als Verweis auf die Verordnung (EU) 2019/1020 zu lesen ist (Art. 41; Verordnung (EU) 2019/1020, Art. 39, Art. 44 und Anhang I). Hat eine Behörde hinreichenden Grund zu der Annahme, dass ein Explosivstoff ein Risiko für die Gesundheit oder Sicherheit von Personen, für Eigentum oder die Umwelt darstellt, bewertet sie den Explosivstoff, verlangt Korrekturmaßnahmen, die Rücknahme oder den Rückruf innerhalb einer angemessenen, dem Risiko entsprechenden Frist, unterrichtet die notifizierte Stelle und verbietet oder beschränkt die Bereitstellung, nimmt den Explosivstoff zurück oder ruft ihn zurück und unterrichtet die Kommission und die anderen Mitgliedstaaten, wenn der Akteur nicht tätig wird (Art. 42). Konforme Explosivstoffe, die dennoch ein Risiko darstellen, können ebenso behandelt werden (Art. 44), und die Kommission entscheidet über strittige nationale Maßnahmen im Rahmen des Unionsschutzklauselverfahrens (Art. 43). Formale Nichtkonformität, etwa eine fehlende oder falsch angebrachte CE-Kennzeichnung, eine fehlende Kennnummer der notifizierten Stelle, eine fehlende oder unrichtige Erklärung, unvollständige technische Unterlagen oder fehlende, falsche oder unvollständige Kennzeichnungs- und Adressangaben, muss beendet werden und führt andernfalls zu Beschränkung, Verbot, Rücknahme oder Rückruf (Art. 45).
Die Sanktionen werden national festgelegt: Die Mitgliedstaaten legen wirksame, verhältnismäßige und abschreckende Sanktionen für Verstöße gegen ihre Umsetzungsgesetze fest, die bei schweren Verstößen strafrechtliche Sanktionen umfassen können (Art. 50). In Dänemark macht die Bekendtgørelse Nr. 1251 vom 29. Oktober 2025 über Explosivstoffe, erlassen vom Justitsministeriet nach dem Waffen- und Explosivstoffgesetz (LBK Nr. 1736 vom 26. August 2021) und in Kraft seit dem 1. November 2025, die Richtlinie 2014/28/EU und die Richtlinie 2008/43/EG in Dänemark anwendbar und druckt sie als Anhänge ab; Genehmigungen zum Handel und zur Vermarktung von Explosivstoffen erfassen nur Produkte, die den Artikeln 3 bis 4, 5 Abs. 1, 19 und 22 bis 23 sowie den Anhängen II bis IV der Richtlinie und den Kennzeichnungsvorschriften der Richtlinie 2008/43/EG entsprechen, und für den Handel, die Lagerung, die Verbringung innerhalb Dänemarks, den Erwerb und die Verwendung von Explosivstoffen ist jeweils eine polizeiliche Genehmigung erforderlich, erteilt von der politidirektøren i Midt- og Vestjyllands Politi, wobei die Polizei die Aufsichtsbehörde für Genehmigungen ist. Verstöße gegen ihre §§ 2 bis 11, gegen § 12, Stk. 4 – wonach eine juristische Person eine natürliche Person benennen muss, die gemeinsam mit ihr für die Einhaltung der Explosivstoffvorschriften verantwortlich ist – und gegen die mit einer Genehmigung verbundenen Auflagen werden mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu 4 Monaten geahndet, unter erschwerenden Umständen bis zu 2 Jahren, und Unternehmen können haftbar gemacht werden; die Pflicht, ein Verzeichnis über Empfang und Abgabe von Explosivstoffen zu führen, wurde durch die Bekendtgørelse Nr. 231 vom 29. Januar 2026, in Kraft seit dem 1. Februar 2026, ausgeweitet: § 10, Stk. 1 bindet nun jede natürliche oder juristische Person, nicht mehr nur Hersteller und diejenigen, die Explosivstoffe unter ihrem eigenen Namen oder ihrer eigenen Marke vermarkten, und nimmt nur natürliche Personen mit einer Herstellungsgenehmigung aus, einschließlich zum Wiederladen von Munition. Das Verzeichnis muss den Typ, die eindeutige Kennzeichnung und den Lagerort der Explosivstoffe sowie deren jeweilige Besitzer zeigen, mindestens 10 Jahre ab dem Ende des Kalenderjahres des Geschäftsvorgangs oder, soweit bekannt, ab dem Ende des Lebenszyklus der Explosivstoffe aufbewahrt werden, bei Geschäftsaufgabe unverzüglich an die Polizei übergeben werden, und eine Jahreskopie muss der Polizei am Ende jedes Kalenderjahres übermittelt werden, zusammen mit dem Namen und den Kontaktdaten einer außerhalb der üblichen Geschäftszeiten erreichbaren Person (§ 10, Stk. 2 bis 4). Sikkerhedsstyrelsen, seit Januar 2026 eine Abteilung der Erhvervsstyrelsen mit dem Namen Markedsovervågning, kontrolliert Explosivstoffe für zivile Zwecke seit dem 1. August 2018 im Auftrag des Justitsministeriet und kann die Polizei um die Untersuchung von Verstößen ersuchen; vermutlich nicht konforme Produkte werden der Erhvervsstyrelsen gemeldet.
Was sich ändert
Die Kommission veröffentlichte am 19. September 2025 ihre Bewertung der Richtlinie (SWD(2025) 266). Sie stellte fest, dass die Richtlinie insgesamt gut funktioniert, einige ihrer Bestimmungen jedoch veraltet und nicht für das digitale Zeitalter geeignet sind, und kündigte an, die Ergebnisse zu prüfen und zu entscheiden, ob im Einklang mit der Sicherheitsstrategie ProtectEU eine Überarbeitung eingeleitet wird. Es wurde kein Änderungsrechtsakt erlassen, und die Notfallverfahren für den Binnenmarkt der Richtlinie (EU) 2024/2749 erstrecken sich nicht auf diese Richtlinie.
Wie Conphora hilft
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Quellen
- Richtlinie 2014/28/EU über die Bereitstellung von Explosivstoffen für zivile Zwecke auf dem Markt und ihre Überwachung, ABl. L 96 vom 29. März 2014 (EUR-Lex)
- Dokumentinformationen, Daten und Beziehungen zu CELEX 32014L0028 (EUR-Lex)
- Richtlinie 2008/43/EG der Kommission zur Einrichtung eines Systems zur Kennzeichnung und Rückverfolgung von Explosivstoffen für zivile Zwecke, konsolidierte Fassung vom 14. März 2012 (EUR-Lex)
- Verordnung (EU) 2019/1020 über Marktüberwachung und die Konformität von Produkten (EUR-Lex)
- Verordnung (EG) Nr. 765/2008 über die Akkreditierung und Marktüberwachung, Artikel 30 zur CE-Kennzeichnung (EUR-Lex)
- Explosivstoffe für zivile Zwecke, harmonisierte Normen (Europäische Kommission, GD GROW)
- Kommission veröffentlicht Bewertungen der EU-Vorschriften zu Pyrotechnik und zivilen Explosivstoffen, 19. September 2025 (Europäische Kommission, GD GROW)
- Bekendtgørelse nr. 1251 af 29. oktober 2025 om eksplosivstoffer (Retsinformation)
- Bekendtgørelse nr. 231 af 29. januar 2026 om ændring af bekendtgørelse om eksplosivstoffer (Retsinformation)
- Bekendtgørelse af lov om våben og eksplosivstoffer m.v., LBK nr. 1736 af 26. august 2021 (Retsinformation)
- Eksplosivstoffer til civil brug, vi fører kontrol (Sikkerhedsstyrelsen)
- Kontrol med udgangsstoffer til eksplosivstoffer (Sikkerhedsstyrelsen)
- Sikkerhedsstyrelsen, en del af Erhvervsstyrelsen, ab Januar 2026 (Sikkerhedsstyrelsen)
Dieser Leitfaden dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.