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CER - Richtlinie 84/500/EWG des Rates

Leitfaden zur CER - was sie ist, für wen sie gilt und wie Sie die Konformität sicherstellen.

Offizieller Text auf EUR-Lex ↗

Was die CER ist und warum sie wichtig ist

Die Keramikrichtlinie — formell die Richtlinie 84/500/EWG des Rates zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Keramikgegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen — ist die spezifische EU-Maßnahme, die kontrolliert, wie viel Blei und Cadmium aus keramischem Geschirr und Kochgeschirr in die Lebensmittel übergehen darf, die es berührt. Wenn Sie Teller, Tassen, Schüsseln, Becher, Kannen, Backformen oder andere Keramikgegenstände für den Lebensmittelkontakt herstellen, einführen oder verkaufen, legt diese Richtlinie die Grenzwerte fest, die Ihre Produkte einhalten müssen. Blei und Cadmium werden in keramischen Glasuren, Dekoren und Pigmenten verwendet, und beide sind giftig; die Richtlinie existiert, weil diese Metalle in Speisen und Getränke — besonders in saure Lebensmittel — auslaugen und sich im Körper anreichern können.

Die CER ist wichtig, weil sie eine konkrete, prüfbare Anforderung unterhalb des breiteren EU-Rahmens für Lebensmittelkontaktmaterialien ist. Während die allgemeinen Regeln besagen, dass Lebensmittelkontaktgegenstände ihre Bestandteile nicht in gesundheitsgefährdenden Mengen an Lebensmittel abgeben dürfen, übersetzt die CER dieses Prinzip in harte Migrationsgrenzwerte und ein definiertes Prüfverfahren für ein bestimmtes Material — Keramik — und zwei bestimmte Gefahren — Blei und Cadmium. Für eine Marke bedeutet das: Konformität ist keine Ermessensfrage, sondern eine Frage messbarer Werte.

📄 Offizieller Text: Richtlinie 84/500/EWG des Rates über Keramikgegenstände im Kontakt mit Lebensmitteln — auf EUR-Lex →

Für wen die CER gilt

Die CER gilt für jeden Keramikgegenstand, der dazu bestimmt ist, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, und die Pflichten verteilen sich über die Lieferkette:

Die Richtlinie gilt speziell für Keramikgegenstände — Gegenstände, die aus einer Mischung anorganischer Stoffe mit im Allgemeinen hohem Ton- oder Silikatgehalt hergestellt sind, denen andere Stoffe zugesetzt sein können, und die gebrannt werden. Sie erfasst den Gegenstand in seiner fertigen Form, einschließlich jeder Glasur, Emaille oder Dekoration auf der Lebensmittelkontaktfläche.

Wichtige Termine und Zeitachse

Da die CER eine Richtlinie und keine Verordnung ist, gilt sie nicht unmittelbar; sie wird in das nationale Recht jedes Mitgliedstaats umgesetzt — dort werden ihre Anforderungen gegenüber Unternehmen durchsetzbar.

Zentrale Anforderungen

Migrationsgrenzwerte für Blei und Cadmium

Das Herzstück der CER ist ein Satz von Höchstmengen an Blei und Cadmium, die von einem Keramikgegenstand in Lebensmittel übergehen dürfen. Die Grenzwerte sind auf die Form des Gegenstands bezogen, denn die Form bestimmt, wie viel Oberfläche wie lange mit dem Lebensmittel in Kontakt steht. Die Richtlinie unterscheidet drei Kategorien:

Der Gegenstand wird am Grenzwert der Kategorie gemessen, in die er fällt; die Grenzwerte für Blei und für Cadmium sind jeweils getrennt festgelegt.

Bedingungen der Migrationsprüfung

Die CER schreibt vor, wie der Gegenstand geprüft wird. Die keramische Fläche, die mit Lebensmitteln in Berührung käme, wird mit einer Standard-Prüflösung aus Essigsäure in Kontakt gebracht — einem Lebensmittelsimulanz, das gewählt wurde, weil saure Bedingungen die Abgabe von Blei und Cadmium fördern — bei definierter Temperatur und für eine definierte Kontaktzeit, die realistische Verwendung abbilden soll. Die in die Lösung migrierte Menge an Blei und Cadmium wird anschließend analytisch bestimmt und mit dem Grenzwert für die Kategorie des Gegenstands verglichen. Die Richtlinie regelt auch, wie Wiederholungsprüfungen und Toleranzen gehandhabt werden, wenn ein Ergebnis nahe am Grenzwert liegt.

Schriftliche Konformitätserklärung

Keramikgegenstände, die noch nicht mit Lebensmitteln in Berührung sind, müssen — wenn sie auf Stufen vor dem Einzelhandel vermarktet werden — von einer schriftlichen Konformitätserklärung begleitet sein. Diese Erklärung bestätigt, dass der Gegenstand die Anforderungen der Richtlinie erfüllt, und identifiziert den Gegenstand und das verantwortliche Unternehmen. Sie erlaubt jedem Akteur der Lieferkette — und der Überwachungsbehörde —, die Konformität zu bestätigen, ohne jede Sendung erneut zu prüfen; die stützende Dokumentation mit den Prüfergebnissen muss den zuständigen Behörden auf Verlangen zugänglich gemacht werden.

Verhältnis zum FCM-Rahmen

Die CER steht nicht für sich allein. Sie liegt unter der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004, der Rahmenverordnung über Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen. Dieser Rahmen setzt das allgemeine Sicherheitsprinzip — Lebensmittelkontaktmaterialien dürfen die Gesundheit nicht gefährden, die Zusammensetzung des Lebensmittels nicht unvertretbar verändern und Geschmack, Geruch oder Aussehen nicht beeinträchtigen — samt übergreifender Regeln zu Rückverfolgbarkeit und Erklärungen. Die CER ist die Einzelmaßnahme, die diese Prinzipien für Keramik auf Blei und Cadmium anwendet; ein keramischer Lebensmittelkontaktgegenstand muss also sowohl die Rahmenverordnung als auch die CER erfüllen.

Pflichten nach Rolle

Durchsetzung

Die CER wird auf nationaler Ebene von den Behörden der Mitgliedstaaten für Lebensmittelkontaktmaterialien und Lebensmittelsicherheit über die nationalen Umsetzungsgesetze durchgesetzt. In Deutschland ist die Richtlinie über die Bedarfsgegenständeverordnung im Rahmen des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuchs (LFGB) umgesetzt; die Überwachung von Lebensmittelkontaktmaterialien einschließlich Keramik obliegt den Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer, die Gegenstände auf dem Markt beproben, Migrationsprüfungen verlangen und gegen Produkte vorgehen können, die die Grenzwerte überschreiten; das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) koordiniert auf Bundesebene.

Nicht konforme Keramikgegenstände — typischerweise solche, die Blei oder Cadmium über den Grenzwerten abgeben, oft aus dekorierten oder kräftig glasierten Lebensmittelkontaktflächen — können vom Markt verwiesen werden, und unsichere Lebensmittelkontaktmaterialien werden EU-weit über das Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) gemeldet. Die praktische Konsequenz für eine Marke: Eine einzige fehlerhafte Charge kann Rücknahmen und grenzüberschreitende Warnmeldungen auslösen.

So werden Sie konform

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So hilft Conphora

Conphora überwacht die CER und gleicht Ihre keramischen Lebensmittelkontaktgegenstände mit ihren Anforderungen ab. Die Plattform markiert, wo Migrationsprüfungen, die Kategoriezuordnung oder die schriftliche Konformitätserklärung fehlen, bevor daraus ein Durchsetzungsproblem wird. Sie hilft Ihnen, die richtige Dokumentation zu erstellen und vorzuhalten, und benachrichtigt Sie, wenn sich die Regeln ändern, damit Ihre Compliance aktuell bleibt.

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Quellen und weiterführende Literatur

Dieser Leitfaden dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.

Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026