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CE-Kennzeichnung: Was sie erfordert und wer verantwortlich ist

Kompletter Leitfaden zur CE-Kennzeichnung – Anforderungen, Verantwortlichkeiten und Schritt-für-Schritt-Prozess von den Richtlinien bis zur Konformitätserklärung.

Conphora Redaktion · 15. Juli 2025
CE-KennzeichnungDokumentationProduktsicherheitKennzeichnung

CE-Kennzeichnung: Was sie erfordert und wer verantwortlich ist

Wenn Sie Produkte auf dem europäischen Markt verkaufen, ist die CE-Kennzeichnung wahrscheinlich eines der wichtigsten Compliance-Themen, mit denen Sie sich befassen müssen. Das CE-Zeichen ist nicht bloß ein Symbol – es ist Ihre Erklärung, dass das Produkt die geltenden EU-Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit und Umwelt erfüllt. In diesem Leitfaden gehen wir durch, was die CE-Kennzeichnung tatsächlich bedeutet, wer die Verantwortung trägt und welche Schritte Sie durchlaufen müssen, um sie zu erreichen.

Was ist die CE-Kennzeichnung?

CE steht für Conformité Européenne und ist das harmonisierte Kennzeichnungssystem der EU. Wenn Sie die CE-Kennzeichnung an Ihrem Produkt anbringen, erklären Sie als Wirtschaftsakteur, dass das Produkt alle einschlägigen Anforderungen der EU-Richtlinien und -Verordnungen erfüllt, die für die betreffende Produktkategorie gelten.

Die CE-Kennzeichnung ist kein Qualitätssiegel im herkömmlichen Sinne. Sie ist eine rechtliche Verpflichtung und die Voraussetzung dafür, dass das Produkt im gesamten EWR frei gehandelt werden kann. Ohne korrekte CE-Kennzeichnung riskieren Sie, dass Ihr Produkt an der Grenze gestoppt, vom Markt genommen wird oder Bußgelder und Sanktionen auslöst. Lesen Sie über die Konsequenzen fehlender Konformität, um zu verstehen, was konkret passieren kann.

Welche Produkte benötigen eine CE-Kennzeichnung?

Die CE-Kennzeichnung ist nicht für alle Produkte relevant. Sie gilt für Produktkategorien, die von bestimmten EU-Richtlinien oder -Verordnungen erfasst werden. Zu den häufigsten gehören:

Fällt Ihr Produkt unter eine oder mehrere dieser Richtlinien, ist die CE-Kennzeichnung eine gesetzliche Pflicht – keine Option.

Wer trägt die Verantwortung?

Eine zentrale Frage ist, wer tatsächlich die Verantwortung für die CE-Kennzeichnung trägt. Die Antwort hängt von Ihrer Rolle in der Lieferkette ab.

Der Hersteller

Der Hersteller trägt die Hauptverantwortung. Er muss sicherstellen, dass das Produkt in Übereinstimmung mit den einschlägigen Richtlinien entworfen und hergestellt wird. Der Hersteller muss die erforderliche Konformitätsbewertung durchführen oder in Auftrag geben, die technischen Unterlagen erstellen und die EU-Konformitätserklärung (DoC) ausstellen. Es ist auch der Hersteller, der die CE-Kennzeichnung physisch am Produkt anbringt.

Der Einführer

Wenn Sie Produkte aus Ländern außerhalb des EWR importieren, übernehmen Sie eine eigenständige Verantwortung. Sie müssen prüfen, ob der Hersteller die korrekte Konformitätsbewertung durchgeführt hat, ob die technischen Unterlagen vorliegen und ob das Produkt die korrekte CE-Kennzeichnung trägt. Sie müssen zudem die Konformitätserklärung den Marktüberwachungsbehörden vorlegen können, wenn diese sie anfordern.

Der Händler

Als Händler sind Sie nicht verpflichtet, Unterlagen zu erstellen, müssen aber mit der gebotenen Sorgfalt handeln. Das heißt: Sie müssen prüfen, ob das Produkt die CE-Kennzeichnung trägt, ob die erforderlichen Dokumente dem Produkt beiliegen und ob es keine offensichtlichen Anzeichen für Nichtkonformität gibt. Verkaufen Sie ein Produkt, von dem Sie wissen oder wissen müssten, dass es die Anforderungen nicht erfüllt, können Sie haftbar gemacht werden.

Schritt für Schritt: von den Richtlinien zur CE-Kennzeichnung

Der Prozess der CE-Kennzeichnung Ihres Produkts mag komplex erscheinen, folgt aber einer logischen Abfolge. Dies sind die zentralen Schritte:

1. Einschlägige Richtlinien und harmonisierte Normen identifizieren

Ermitteln Sie zunächst, welche EU-Richtlinien und -Verordnungen für Ihr Produkt gelten. Ein Produkt kann von mehreren Richtlinien gleichzeitig erfasst sein – ein elektronisches Gerät kann zum Beispiel sowohl unter die Niederspannungsrichtlinie als auch unter die EMV-Richtlinie und die RoHS-Richtlinie fallen. Zu jeder Richtlinie gehören in der Regel harmonisierte Normen (EN-Normen), die die technischen Anforderungen konkretisieren, die Sie erfüllen müssen.

2. Produktkonformität bewerten

Führen Sie eine Risikobeurteilung durch und prüfen Sie Ihr Produkt gegen die einschlägigen harmonisierten Normen. Für einige Produktkategorien können Sie diese Bewertung selbst vornehmen (interne Fertigungskontrolle). Für andere – etwa Medizinprodukte oder Druckgeräte – ist die Einbindung einer notifizierten Stelle vorgeschrieben.

3. Technische Unterlagen erstellen

Ihre technischen Unterlagen sind der Kern der CE-Kennzeichnung. Sie müssen belegen, dass das Produkt alle geltenden Anforderungen erfüllt, und den Behörden mindestens 10 Jahre nach dem Inverkehrbringen des Produkts zur Verfügung stehen. Die Unterlagen sollten in der Regel eine Produktbeschreibung, Konstruktionszeichnungen, Risikobeurteilungen, Prüfberichte und eine Liste der angewandten harmonisierten Normen enthalten. Sehen Sie unseren Leitfaden zur audit-sicheren Dokumentation, damit Ihre Dokumentation einer behördlichen Prüfung standhält.

4. EU-Konformitätserklärung (DoC) ausstellen

Die Konformitätserklärung ist ein rechtliches Dokument, in dem Sie als Hersteller (oder Bevollmächtigter) erklären, dass das Produkt die geltenden Anforderungen erfüllt. Die Konformitätserklärung muss enthalten:

Die Erklärung muss in mindestens einer der EU-Amtssprachen abgefasst und dem Endnutzer oder den Behörden zugänglich gemacht werden.

5. CE-Kennzeichnung anbringen

Sobald die Unterlagen vorliegen und die Konformitätserklärung ausgestellt ist, können Sie die CE-Kennzeichnung am Produkt anbringen. Die Kennzeichnung muss sichtbar, lesbar und dauerhaft sein. Sie muss eine Mindesthöhe von 5 mm haben und die korrekten Proportionen gemäß den EU-Vorgaben einhalten. War eine notifizierte Stelle beteiligt, muss deren Kennnummer neben der CE-Kennzeichnung angebracht werden.

Die Konformitätserklärung in der Praxis

Viele Unternehmen unterschätzen die Bedeutung der Konformitätserklärung. Sie ist kein Dokument, das Sie einmal ausfüllen und dann vergessen. Wenn Sie Änderungen am Design, an den Materialien oder am Fertigungsprozess des Produkts vornehmen, müssen Sie bewerten, ob die Änderung die Konformität berührt – und ob die Erklärung aktualisiert werden muss. Ebenso müssen Sie Änderungen der geltenden Richtlinien und Normen verfolgen, denn diese können dazu führen, dass Ihr Produkt nicht mehr konform ist.

Wie Conphora den CE-Kennzeichnungsprozess automatisiert

Die CE-Kennzeichnung erfordert den Überblick über Richtlinien, Normen, Dokumentation und Erklärungen – oft über viele Produktvarianten und Märkte hinweg. Genau hier macht Conphora den Unterschied.

Mit Conphora erhalten Sie einen einheitlichen Überblick darüber, welche Richtlinien für jedes Ihrer Produkte gelten. Die Plattform führt Sie durch die Konformitätsbewertung, hilft Ihnen, technische Unterlagen zu erstellen und zu pflegen, und überwacht automatisch Änderungen an Normen und Rechtsvorschriften. Das Ergebnis: Sie verbringen weniger Zeit mit manuellen Prozessen und mehr Zeit mit dem Wachstum Ihres Unternehmens – mit der vollen Gewissheit, dass Ihre CE-Kennzeichnung korrekt und aktuell ist.

Sehen Sie, wie Conphora funktioniert, und erleben Sie, wie die Plattform Ihren CE-Kennzeichnungsprozess vereinfachen kann.


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